Donnerstag, 24. Mai 2012

Silbertaler - Mondviole - Judaspfennig



Von den Silbertalern oder Judaspfennig, wie man die Pflanze auch nennt, gibt es durchaus unterschiedliche Arten.
Im Botanischen Garten entdeckte ich neulich dieses Exemplar, dem ich eigens wegen der Unterscheidung einen separaten Post widme.

Lunaria rediviva - Ausdauerndes Silberblatt

Der Begriff "Silberblatt" ist mir in diesem Zusammenhang allerdings überhaupt nicht geläufig! Ich habe ihn, was diese Pflanze betrifft, auch noch nie gehört! Ich kenne dagegen andere Pflanzen als Silberblatt!
In unserer Region spricht man entweder von SilberTALER oder Judaspfennig. Dem gegenüber steht die Mondviole, nach der ich in diesem Post fahndete!

Die Mondviole kenne ich auch als Nachtviole (Hesperis matronalis), und es gibt sie in dunkelviolett, hellviolett, ja sogar in weiss! Wobei es sich bei der Nachtviole doch um eine andere Pflanze handeln muß, denn sie gehören zur Gattung der Hesperis (matronalis) und duften! Und vermutlich habe ich auch diese Mondviole/Nachtviole gemeint, die sich vom Silbertaler-Judaspfennig unterscheidet! Denn DIESER Duft, so erinnere ich, war das kennzeichnende Merkmal!

Sie gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae oder Cruciferae), die auch Kreuzblütler genannt werden. Die Kreuzblütler sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Kreuzblütlerartigen (Brassicales). (lt. Wikipedia)





Übrigens - daß die Blätter des einjährigen Silbertalers essbar sind, wußte auch ich bis eben noch nicht! Sie können Salaten beigegeben werden und die Samen sollen nach Kresse schmecken. Auf der betreffenden Seite lese ich auch, daß diese Gattung europaweit nur aus drei Arten besteht, nämlich Lunaria annua (Einjähriges Silberblatt), Lunaria rediviva (Ausdauerndes Silberblatt) und Lunaria telekiana.

In jedem Fall aber findet man noch relativ selten etwas über diese schmucke Pflanze im Internet. Dem soll hier gleich abgeholfen werden!
Denn man findet mit ein paar Tricks durchaus, wie hier in dem Bestimmungsbuch der Uni Hamburg Früchte, Samen und Schötchen oder an der Uni Marburg zumindest innerhalb der botanischen Exkursion Bilder mit Beschreibung oder Merkmale und Beschreibung im Artenkatalog der Uni Halle.
Praktisch ist, daß man unter dem letzten Link (Uni Halle) gleich das Biotop mitgeliefert bekommt, wie Krautfluren, Säume, Staudenhalden außerhalb der Auen, stickstoffbedürftige Krautfluren u. Säume, ausdauernde Krautfluren; Krautfluren, Säume, Staudenhalden außerhalb der Auen, kurzlebige Ruderalfluren. Denn so weiß man gleich, wo man nach dieser Pflanze Ausschau halten kann.

Der englische Name des Silbertalers lautet übrigens Honesty. Und auf dieser Seite bekommt man einen schönen Überblick mit Kartierung.



Noch einmal zur Unterscheidung (danke an Elke/Günstig Gärtnern für den Tipp!)
Die Gewönliche Nachtviole - Hesperis matronalis wird bis zu 1 m hoch, ihre Blüten sehen so aus. Sie duften abends am stärksten, woher der Name rührt. Die Pflanze ist zweijährig oder ausdauernd und trägt rundliche Schoten, die sog. Silbertaler.

Während die Mondviole - Lunaria rediviva, die auch Wildes Silberblatt oder Ausdauerndes Silberblatt genannt wird. Die Mondviole kanns ogar bis 140 cm hoch werden und ihre Schoten sind im Ggs. zur Nachtviole eher länglich und bis zu 9 cm lang. Diese Pflanze ist mehrjährig.

Die Silberblätter - Pflanzengattung Lunaria - gehört zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae). Die Nachtviole, Hesperis matronalis, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Nachtviolen und gehört ebenfalls der Familie der Kreuzblütengewächse an! Insofern sind die beiden ohnehin verwandt.


Und das gehört auch für einen Pflanzenforscher zum Handwerkszeug:

Botanische Bestimmungsübungen 
- hier Brassicaceae (Kreuzblütler)

Kommentare:

  1. Liebe Sara,

    sonnige und frohe Grüße

    Elisabeth

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  2. Stimmt bei dem deutschen Bezeichnungsdurcheinander sind die botanischen Namen hilfreich! Das Pflänzchen auf Deinem ersten Foto steht bei mir im Garten und hat später auch silbrig transparente Samen-Trennblätter - nur länglicher und schmaler als vom Silbertaler. Irgendwo gibt es da bei uns auch ein Spätsommer-Foto auf dem Blog ...
    Die Mondviole hatte ich auch 2x im Garten. Unter anderem einige Zeit in der Wiese. Eine sehr schöne und ausdauernde Staude! Ach ja, schade, dass unsere Schnecken Vielfalt verhindern ...
    LG Silke

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    1. Ja, da soll sich nun einer zurechtfinden ;-)
      Ach von daher rührt wohl der Name "Silberblatt"?! Ich hätte da eher an die Blätter der Pflanze gedacht und die sehen ja nun gar nicht silbern aus, nicht einmal grau. Von daher kenne ich auch nur die Bezeichnung "Silbertaler".
      Und DIESE Mondviole war es, nach der ich eigentlich suchte. Denn von dieser hieß es früher immer, die wäre mit dem Judaspfennig zu verwechseln. Aber ich denke, die Mondviole bildet auch keine silbernen "Taler" aus?
      Wirklich schade, bei so viel Schnecken. Hier sind ja auch Schnecken, doch der Garten wohl groß genug, daß sie sich in Grenzen halten. Außerdem bewässere ich ja kaum künstlich.
      Denn das kenne ich aus dem früheren Garten auch noch in der Gegend Deiner Mutter. Damals haben wir täglich und ausgiebig bewässert, mit dem Resultat, das alles schlechter statt besser wurde. Auf den wohlmeinenden Rat der Nachbarn wollte ich seinerzeit nicht hören. ;-) und viel hat ja doch auch mit der Bodenbearbeitung zu tun, das die Pflanzen das Wasser halten bzw. Minimalmengen, wie Tau, überhaupt erst nutzen können.
      Aber da wir auch damals schon oft nicht zuhause waren und wenn, dann viel anderes um die Ohren hatten ....
      Schade, aber alles kann man leider nicht haben ...

      Liebe Grüße
      Sara

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