Mittwoch, 26. März 2014

Kompost - Geheimnisse



Über Kompost habe ich in diesem Blog noch kaum geschrieben. Das hat auch seinen Grund darin, daß wir seit Jahren keine Kompostwirtschaft mehr betreiben. Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit! Und im jetzigen Garten kommt die nahe Bebauung noch hinzu. Die Geruchsbelästigung würde die unmittelbaren Nachbarn stören. Auch wenn er mit Kompostbeschleuniger versetzt wäre, denn auch das Zeug riecht nicht gerade angenehm! - Und dann werden häufig auch Ratten nahe bei Komposthaufen gesichtet. So auch im Waldgarten, wo wir eine Zeitlang unsere Grünabfälle auf das dort auch vorhandene Kompostsilo neben dem Gartenhäuschen warfen. Hier möchte ich ausdrücklich betonen, daß wir keine Fleischesser sind, Fleischabfälle also niemals auf unseren Kompost wandern konnten!
Aber auch in diesem jetzigen Garten gibt es ein Kompostgestell, in dem aber ausschließlich Gartenabfälle landen. Während wir Anfang der 90er eine Zeitlang eine regelrechte Kompostwirtschaft betrieben.

Müffelnde Kompostbehälter gehören ans Ende eines Gartens, aber dort auch nur, wenn keine unmittelbaren Nachbarn in den "Genuss" des "Duftes" kommen. ;-)

Nun hätte man sich freilich einen Kompostbehälter wie diesen anschaffen können. Doch wie schon ausgeführt, wollten wir keine Kompostwirtschaft mehr, denn man muß sich um den Kompost auch regelmäßig kümmern können! Ihn weiterbe- und verarbeiten . . . Das  ist bei uns einfach nicht gegeben.

Doch was mir in diesem Zusammenhang in dem Post bzw. den Kommentaren bei Elke/Günstig Gärtnern so auffiel, sind die Schnecken, die diesen Kompostbehälter heimsuchen.
Da hätte ich eine Lösung, wenn die denn bei diesen Behältern praktikabel ist (ich kenne mich damit leider nicht aus, da wir nie einen solchen hatten und ich sie mir auch anderweitig noch nie von innen angeschaut habe!): einfach Fliegengitter innen vor die Öffnungen vorspannen, dann dürften Schnecken keine Möglichkeit mehr haben. Freilich kommen dann auch  Kellerasseln nicht mehr ins Innere, aber ob die dort überhaupt erwünscht sind?

Es gibt auch einen Test zu den Kompostbehältern, dem zufolge sich nur zwei wirklich eignen., jedenfalls was Nager-Attacken betrifft. - Und wie ich dort lese, sollen Essensreste auch nur in komplett geschlossene Komposter gegeben werden. Es sind wohl lediglich Kompostwürmer erwünscht, die ja von unten - durch die Erde hindurch - Gänge in den Kompost graben.

Bei dieser Gelegenheit fiel mir wieder eine alte Kompost-Broschüre (Bild oben!) unserer Stadt in die Hände und da steht eigentlich alles drin, was man dazu wissen muß. Angefangen vom Kreislauf der Natur, daß es in der Natur keine Abfälle in dem Sinne gibt bis hin zu allem, was in den Kompost gehört oder auch nicht hineingehört, was an Besonderheiten jeweils zu beachten ist, z.B. daß  Grasschnitt sich nur bedingt zur Kompostierung eignet, da er leicht zusammen pappt; aber selbst Papier und Pappe können in kleinen Mengen kompostiert werden. Nur bunt Bedrucktes nicht!
Die Broschüre behandelt auch mit Krankheiten und Schädlingen befallene Pflanzen. Ein gut aufgesetzter Kompost erzeugt im Inneren Temperaturen von 50 - 70°C, doch den Erregern der Kohlhernie beispielsweise können selbst diese Temperaturen nichts anhaben.

Auch von Laubkompostmieten ist die Rede. Das ist etwas, was wir allerdings auch im Waldgarten praktizierten - die Blätter kamen einfach auf einen Haufen und immer mal ein paar Schaufeln Erde dazwischen, damit sie nicht zusammen kleben. Eigentlich soll man eine solche Miete auch mit Erde abdecken, das hatten wir zwar nicht getan, doch obenauf kamen ausgestochene Grassoden. Das reichte auch aus. Oder die Pflege des Komposts und seine Qualität, der pH-Wert, der neutral bis alkalisch sein sollte, also zwischen 7 und 8! Versauerndes Material, wie Nadelholzabfälle oder Torf gehören nicht in nennenswerter Menge auf den Kompost, in jedem Fall kommt es hier auf eine ausgewogene Mischung an.

Und auch in dieser Broschüre wird darauf hingewiesen, daß ein Thermokomposter nach allen Seiten außer nach unten geschlossen sein muß!

Kompost ist also eine Wissenschaft für sich und man sollte sich schon eingehend damit beschäftigen, bevor man ihn im eigenen Garten verwirklicht.

Und jetzt noch Bilder vom Mohrle, das da vorhin in der Morgensonne saß ...
Der Draht wurde an der Stelle - so unschön das auch aussieht - eigens angebracht, damit die Petersilie sauber bleibt, denn die Katzen haben sich unseren Garten als Riesen-Katzenklo ausgeguckt. Doch das hat im Zuge diverser Maßnahmen, die wir ergriffen, inzwischen erheblich nachgelassen. Auf Besuch dürfen sie aber gern kommen, wenn es nur bei dem Besuch bleibt. ;-)


Und schwupps - ist es wieder weg . . . 



Als weiterführende Literatur möchte ich hier noch die angeben, die in der Broschüre genannt wurde. Es müssen nicht immer mehr und neuere Bücher sein. Das Grundwissen über Kompostwirtschaft ist uralt und da kann man getrost auch auf ältere Literatur zurückgreifen, die freilich nicht so sensationell, riesengroß und bunt bebildert und mit internetten Links ausgestattet ist, wie das heute so angesagt ist. Schließlich gehts um die reine Info und da ist die äußere Form eigentlich nebensächlich.

K. v. Heynitz: Kompost im Garten, Ulmer, Stuttgart, 1988 

Alwin Seifert: Gärtnern, Ackern ohne Gift, Biederstein Verlag, München, 1991 

Paul Seitz: Das Kompostbuch für jedermann, Kosmos, Stuttgart, 1989