Freitag, 24. Juni 2016

Wie Fachleute Pflanzen verpacken . . .



Kürzlich erreichte mich zu meiner großen Freude ein Pflanzenpaket mit einigen bestellten Pflanzen, die man bei uns nicht kaufen kann. Denn sonst lasse ich lieber den ortsansässigen Gärtnereien den Verdienst zukommen. Aber gerade den Echten Frauenmantel, der schon lange auf meier Wunschliste steht, konnte ich nirgendwo aufstöbern. "Führen wir nicht", "nicht in unserem Sortiment", so hieß es immer ...
Also habe ich kurzerhand bestellt.

Und damit ich es nicht vergesse und andere auch etwas davon haben, möchte ich hier einmal eine ökologisch sinnvolle, zudem sehr schöne und auch interessante Verpackung dieser Pflanzen teilen.

Denn so sah meine eigene Verpackung aus - mit Hilfe von Plastikbeuteln. Leider komme ich aber nicht so ohne Weiteres an Holzwolle heran und möchte diese auch nicht im Haus in größeren Mengen bevorraten! Da wo wir Verpackungsmaterial kaufen oder kostenlos erhalten, wird leider nur Plastik oder Pappe verwendet. Auch das Transparentpapier und dieses spezielle Einwickelpapier zum Feuchthalten wüßte ich jetzt nicht, woher ich das beziehen kann!


Zunächst wurde eine Lage dieses braunen halbtransparenten Papieres auf den Paketboden gelegt von einem Maß, so daß dieses Papier gleichzeitig den Abschluß der Innenverpackung bildet. Ich komme eben nicht auf die genaue Bezeichnung. Nachdem ich versuchte, es zu ergoogeln, stieß ich zufällig auf diesen Blog.

Als ich das braune Papier beiseite schlug, kam Holzwolle zum Vorschein.

Und als ich die Holzwolle fortnahm, lagen da in Reih und Glied wie Neugeborene im Steckkissen meine Pflanzen. Was für ein schöner Anblick! Als ich eine Pflanze herausnehmen wollte, bemerkte ich, daß das Papier feucht ist.
Zunächst glaubte ich, Wasser sei vom Grund der Pflanzen ausgelaufen, doch nichts da - das gesamte Papier war gut feucht und zwar durchgängig und wie ich glaube mit voller Absicht.

Nacheinander holte ich die Pflanzen heraus - die beiden Aloen ließ ich noch ein Weilchen liegen, da sie in Töpfe gepflanzt werden sollten.


Den Frauenmantel setzte ich zur Apothekerrose. Nun habe ich endlich die passende Bodenbedeckung für diese Stelle.


Sehr gefreut habe ich mich über die Polei-Minze Mentha pulegium 'Nanum'- allerdings hatte ich vorher nicht gründlich genug gelesen und ging davon aus, diese Minze wäre - wie alle mir bekannten anderen auch - verzehrbar. Und gerade das ist hier nun nicht der Fall! 
Dafür duftet sie aber wunderbar! Wenn ich von 2 - 3 m Entfernung auf die Stelle, an der diese Minzenart nun wächst, zugehe, schwebt mir eine eigentümliche Minz-Wolke entgegen . . . dafür lohnt es sich dann doch. 

Ein Minzeteppich ist nicht zu verachten. Genauso wie der Frauenmantel in der Münchner Wiese im letzten Jahr ...

Wenn ich vorher gelesen hätte, daß die Polei-Minze leicht giftig ist, hätte ich jedoch lieber die Korsische Minze bestellt. Doch diese ist auch anfälliger.
Nun ist es wie es ist, Pflanzen tauscht man nicht um und vielleicht ist es so verkehrt nicht - vom wunderbaren Duft ganz abgesehen - die Poleiminze selbst wird Flohkraut genannt und ihr wird immerhin eine insektizide Wirkung nachgesagt, besonders gegen Flöhe ... vielleicht hilfts ja auch gegen anderes Ungeziefer. ;-) Bin gespannt!

Die Poleiminze habe ich zum Bambus gesetzt. Auch, weil dort die Feuchtigkeit  an diesem Platz unmittelbar hinter dem Terrassenbeet leichter ankommt und gehalten wird. Ich hoffe, daß dies die richtige Entscheidung war und sie sich von dort gut ausbreitet.





Diese Minze könnte man auch von Terrakottatöpfen herabhängen lassen.
Mir gefällt, da diese Minzeart sich in den Rasen integrieren kann, denn wir lieben keinen gepflegten englischen Rasen - bei uns wachsen ohnehin alle möglichen Wildkräuter in der Wiese, die jedoch kurzgehalten wird. Umso schöner, wenn sich die Minze dann auch noch im Rasen verbreitet, ebenso wie der Frauenmantel, denn ein Duft- und Kräuterrasen ist etwas ganz Herrliches!

Die Blüte der chinesischen Tee-Chrysantheme Chrysanthemum morifolium (Ju Hua) werde ich mit Spannung erwarten. Diese Pflanze soll außerdem für ihre luftreinigende Wirkung bekannt sein.

Ich habe sie mir einmal gewünscht, weil sie so herrlich weiße Blüten trägt, außerdem soll sie früher als andere Chrysanthemen blühen - zu einer Zeit, in der es an Blüten bei uns mangelt. Und dann ist da noch der Chrysanthementee . . . soll sogar gegen das Altern helfen 




Außerdem noch der Wohlriechende Odermennig (Agrimonia odorata). Bislang kannte ich nur den Gemeinen Odermennig (Agrimonia eupatoria) . Doch beide unterscheiden sich. Den Wohlriechenden Odermennig kann man ebenfalls im Tee verwenden.
Als Waldrandpflanze pflanzte ich ihn auch ganz hinten in den Bereich neben dem Lesesteinhaufen.




Und zum Schluß wurden die beiden Aloen eingetopft.




Vor längerer Zeit schrieb ich schon einmal über die Aloe-Vera-Zucht meines Sohnes. Nun stellte sich heraus, daß die innere heilende Wirkung nur für die Baum-Aloe  gilt, die medizinisch wertvollere der  beiden!

Aloe arborescens gegen Krebs

Aloe Vera: Die wahre Aloe 
(Stiftung Warentest)

So ist die Aloe vera bzw. arborescens auch Inhaltsstoff mancher Schwedenbitter bzw. sollte man unbedingt darauf achten, einen Original Schwedenbitter  zu bekommen, der Aloe enthält! Als am wirksamsten hat sich der Kleine Schwedenbitter erwiesen! Die Rezeptur ist kein Geheimnis, daher notiere ich hier die Inhaltsstoffe (Rezeptur aus dem Buch der Maria Treben - Seite 61!) Und u.a. hier kann man die originale Kräuter-Mischung beziehen (keine bezahlte Werbung sondern aus Überzeugung!)

Die richtige Schwedenkräuter-Ansatzmischung

10 g Aloe 
5 g Myrrhe 
0,2 g Safran 
10 g Sennesblätter 
10 g Kampfer 
10 g Rhabarberwurzel 
10 g Zittwerwurzel 
10 g Manna 
10 g Theriak venezian 
5 g Eberwurzwurzel 
10 g Angelikawurzel