Samstag, 17. September 2016

Von Leimringen, Wellpappegürteln und Ziergärten




Nachdem unsere Apfelernte quasi ins Wasser gefallen war - nahezu sämtliche Äpfel ungenießbar am Baum hingen oder hinabfielen, bin ich inzwischen zur Tat geschritten.  Zunächst habe ich den Baumstamm geweißt und später noch Leimringe angebracht. Denn so etwas möchte ich nicht noch einmal erleben!

Das sind jedoch nicht die einzige Maßnahmen, die gesunde Äpfel garantieren! Den auf dem Baum verbliebenen Schädlingen kommt man nur mit einer Spritzung bei. Für uns kommen allerdings nur biologische Mittel infrage!
Zu Apfelwicklern/Frostspannern schaut auch in meine dortigen Ausführungen.

Die Raupen des Frostspanners  seilen sich an einem Faden im Mai von den Bäumen ab und verpuppen sich im Boden. Im Oktober schlüpfen dann die Schmetterlinge. Die Weibchen sind flugunfähig und klettern die Stämme empor. So bleiben sie dann an den Leimringen kleben und es kommt nicht zur Eiablage.

Im Dezember sollen die Leimringe dann entfernt und im Hausmüll entsorgt werden, da evt. Eier an den Leimringen sitzen können, die bei nachlassender Klebewirkung dann dennoch den Baum hoch krabbeln könnten. Anfang Februar muß der Leimring dann erneuert werden, denn auch unterhalb der Leimringe werden zuweilen Eier abgelegt.

Auch das Kirschbäumchen wurde mit einem Leimring versehen.



Auf dieser Seite lese ich auch vom Raupenleim, den es noch nicht so lange zu kaufen gibt. Wenn ich davon gewußt hätte, hätte ich mir lieber diesen besorgt, denn das Anbringen der Leimringe ist immer eine kleberige Angelegenheit ob mit oder ohne Handschuhen!

Gegen den Apfelwickler hilft ein Wellpappegürtel. Die Raupe überwintert unter den Borkenschuppen des Apfelbaumes, kann also theortisch auch oberhalb des Leimringes unter der Rinde sitzen, daher sind Leimringe Apfelwickler nutzlos!

Schwierig bei der Bekämpfung sind unberechenbare Außentemperaturen, denn unter zehn Grad können sich die Eier des Apfelwicklers nicht entwickeln. Eine Kontrolle des Baumes sollte man von Januar bis April vornehmen, wobei der Baum geschüttelt und eventuelle Larven aufgesammelt werden sollen. 

Ich wäre mir nicht sicher, ob ich die Larven in unserem unebenen Boden und holperigen Wiese überhaupt entdecken würde. ;-) 

Daher halte ich dieses Unterfangen für unsere Verhältnisse für zwecklos! Doch die Sache  mit dem Wellpappegürtel werde ich vielleicht einmal anwenden.

Gegen Apfelwickler gibt es auch Pheromonfallen ... bei all diesen Maßnahmen schwirrt einem der Kopf und wenn ich mir das Ganze so überlege, komme ich bald zu dem Schluß, keine Obstbäume mehr im Garten haben zu wollen, denn der zeitliche Aufwand und die Kosten, die damit verbunden sind, stehen für uns zumindest in keinem Verhältnis zu den gekauften Äpfeln. Und da wir ja eine hervorragende Plantage in der Nähe haben, werden wir das ganze Jahr über mit köstlichen Äpfeln versorgt.


Beim Apfelbaum 'Minister Hammerstein' kam es mir vor allem auf die alte Sorte an und weil es sich um einen Ableger eines Apfelbaumes meiner Großmutter handelte. Einmal einen Apfelkuchen backen, der genauso schmeckt, wie meine Großmutter ihn buk . . . bisher war mir das mangels ausreichender Apfelernte noch nie gelungen!


Ein Jahr oder auch zwei warte ich noch ab ... doch die Tendenz geht bei uns deutlich zum Ziergarten mit hohem Erholungswert und geringstmöglichem Aufwand! Vor allem viel fürs Auge und für die Sinne, Düfte .... Formen und Farben . . .