Freitag, 28. April 2017

Recycling: Der Bau einer Gabione für unseren Garten


Anfang April zeigte ich unseren inzwischen ziemlich unschönen Lesesteinhaufen und stellte Überlegungen an, wie dem Übel abgeholfen werden kann. Denn wir wollten die Steine auch nicht unbedingt abtransportieren müssen, zumal auch ständig neue Steine hinzukommen. Denn unter unserem Grundstück liegt nicht nur Bau- und Abriss-Schutt sondern wir leben auch auf einer Endmoräne, wie ich es ganz oben rechts im Blog in der Sidebar verlinkt habe.

Zunächst dachte ich über den Kauf einer Gabione nach. Doch erstens sind käufliche Gabionen nicht unbedingt preisgünstig und zweitens haben sie für unsere Zwecke viel zu große Öffnungen. Freilich könnte man sich spezielle Gabionen anfertigen lassen, natürlich mit dem entsprechenden Aufpreis. Das wollten wir nicht. Wozu unnötig Geld ausgeben, wenn man es sehr günstig selbst realisieren kann?

Zunächst kam meinem Mann Streckmetall in den Sinn. Doch dann besorgte er diesen biegsamen Volierendraht einfach in einem Baumarkt vor Ort  und dann konnten wir, d.h. vor allem mein Mann, schon bald beginnen.


Hier wird der Test gemacht - das Material läßt sich zwar in eine runde Form bringen, es ist aber relativ steif und fest. Gerade richtig also für unsere Zwecke!


Nun machte mein Mann sich daran, den Draht auf das gewünschte Maß zu kürzen . . .


Dann holte er Kabelbinder und verband die Enden damit. Mancher mag jetzt aufschreien, Plastik und wie unästhetisch - aber davon sieht man später absolut nichts mehr und diese Teile waren bereits im Haus, da sie auch für andere Zwecke gebraucht werden. 

Noch haben die Kabelbinder ihre langen häßlichen Enden ...,







doch sobald das Gestell fertig war, knipste mein Mann die Enden mit der Zange ab und das sieht doch schon gleich viel gefälliger aus!


Einmal Probestehen . . .  das Erdreich darunter mußte noch ein wenig abgetragen werden, um es zu ebnen . . . 



Am Abend begann ich dann mit dem Einfüllen der ersten Lage Steine - eine nicht sehr rückenschonende Tätigkeit! Wie gut, daß es bereits Abend war, sonst hätte ich wohl dennoch Stunden weitergemacht. ;-) Vor allem hätte die Aktion bei mir wohl "ewig" gedauert.



Und so wurde am nächsten Tag alles optimiert. Überschüssige Erde und Grünzeug mußten außerdem ausgesiebt werden. Ein entsprechendes Sieb besitzen wir jedoch nicht. Aber 'dem Ingenieur ist nichts zu schwör', wie es so schön heißt und so baute mein Mann diese einfache Vorrichtung. ;-) ;o)

Jetzt fehlte aber immer noch ein Auffangbehälter für die Steine . . .



Es wurden verschiedene Versuche angestellt . . .  vom Sieb in eine Schüssel ;-) Oder gleich mit der Schaufel in die Gabione gefüllt . . .




Fonts Segoe print & Jester
 
 
Und unsere Gabione füllte sich nach und nach und recht zügig mit den Steinen vom Lesesteinhaufen.


Da steht sie nun - fast fertig - aber wir haben immer noch reichlich Steine. ;-) ;o)
Vielleicht bauen wir nun eine zweite, niedrigere, um die erste herum oder gleich eine zweite, evt. auch unterschiedlicher Höhe.

Meine Vorstellung ist, das Ganze später von Vinca Major beranken zu lassen. Die langen, herabhängenden, blau blühenden Ranken machen sich sicherlich sehr hübsch. Allerdings habe ich auch gewisse Zweifel, ob es wirklich so ideal ist, eine Gabione dieser Art bewachsen zu lassen.

Was meint Ihr dazu?
Vielleicht gibt es ja noch ganz andere Ideen zur "Verschönerung" der Gabione - oder sie ganz einfach für sich wirken lassen? Ein Unterschlupf für gewisse Tierchen ist sie in jedem Fall  und auf diese Weise haben wir gleich aus der Not eine Tugend gemacht, unseren Lesesteinhaufen ordentlich untergebracht, ohne viel Geld dafür ausgeben zu  müssen oder die Steine abtransportieren zu lassen.

Kommentare:

  1. Sieht doch schick aus, ich würde allerdings auch etwas zum pflanzen nehmen, solche Trockenmauern finde ich immer ganz toll.
    Ich habe gerade bei einem Gartenbericht im Fernsehen das spanische Gänseblümchen (so hieß es glaube ich - irgendwo habe ich mir das aber aufgeschrieben) kennengelernt, das werde ich für unsere Trockenmauer in der Werkstatt besorgen. Ist ziemlich anspruchslos und genau so etwas brauchen wir dort!
    Liebe Grüße
    Kirsi

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    1. Danke, liebe Kirsi. :-)
      Trockenmauern mag ich auch, aber wir wollten etwas, was sich ganz fix realisieren läßt und auch hält. DA bot sich das Draht-Silo an. Denn mein anfangs aufgeschichtetes Mäuernchen fiel in sich mehr oder weniger zusammen. Es waren einfach zu viele kleine Steine.
      Nach dem spanischen Gänseblümchen werde ich einmal googeln. Hört sich interessant an. Viel Erde soll ja nicht auf oder in die Steine. Ich mag auch das Zimbelkraut sehr gern, das ich bisher vergeblich versuchte, am Steinhaufen anzusiedeln. Vielleicht wächst es an der Gabionenwand.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Sara

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  2. hallo Sarah eine wunderbare Idee all die Steine so zu verwerten, könnte mit vorstellen das Alpenpflanzen, die selbst Wasser speichern, darauf wachsen.
    Zu den kabelbindern wollte ich Dir gene noch eionen tipp geben. diese nehme ich auch immer gene für alles, wie Weinreben befestiigen, Zaun anbinden...
    Nur werden sie leider durch das licht / Sonne spröde und brechen auf einaml sehr schnell. Verhakt es lieber zusätzlich noch mit Edelstahldraht. Wie sagt mein Soahn immer: "Weiß der Bauer keinen Rat, nimmt er Draht!"
    Liebe Grüße von Frauke

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    1. Danke, liebe Frauke!
      Wegen der Kabelbinder werde ich meinen Mann mal ansprechen. Bisher hatten wir solche Beobachtungen noch icht gemacht. Z.B. auch an einem Fahrrad haben wir eine solche Befestigung schon seit Jahren. Vielleicht gibt ees auch Qualitätsunterschiede? Wobei zusätzlicher Draht ja nicht schaden kann. Edelstahldraht haben wir allerdings nicht im Haus, soweit ich weiß. Nur gewöhnlichen, der ja irgendwann auch rostet oder den ummantelten.

      Liebe Grüße und ein schönes Maiwochenende!
      Sara

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    2. Jetzt die Rückmeldung von mir bzw. meinem Mann, liebe Frauke. Edelstahldraht wird er nicht nehmen, seiner Ansicht nach halten die Kabelbinder so lange, wie wir den Garten bewohnen. Wenn mal einer entzweiginge, passiert das ja nicht gleich allen, und der Steinhaufen ist in sich stabil. Muß ein Ingenieur schließlich wissen *lach* - nee, wir machen nicht viele Umstände, es ist ja nicht für die Ewigkeit. Danke dennoch für den lieben Tipp! Wahrscheinlich erweitern wir die Gabione noch ringsherum um eine halb so hohe. Wäre für eine Bepflanzung auch nicht verkehrt. Und die Alpenpflanzen sind auch eine gute Idee, wenn sie dort hinten im Garten gedeihen mögen.

      Liebe Grüße nochmal
      Sara

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  3. Liebe Sara,
    jetzt habt ihr doch noch eine praktische Lösung für die Steine gefunden. Wenn ich das so sehe, würde ich wahrscheinlich auch Pflanzen setzen, die Polster nach unten entwickeln, die man sonst eher für den Steingarten nimmt. Sie sollten dann mit wenig Nährstoffen auskommen. Da kannst du dich ja auch mal in der Gärtnerei beraten lassen. Ich glaube, das Finca braucht Erde, oder? Hier blüht deins gerade weiter, als wenn es nie ausgegraben worden wäre...muss ich mal fotografieren. Auch der Goldlack hat den Frost super weggesteckt...:-)
    Ein schönes Wochenende,
    LG Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      ich glaube auch, auf Dauer wäre mir das zu "nackt" und irgendwie auch sinnentleert, so ein Ding da im Garten stehen zu haben. ;-) :-) Wenn es auch seinen Zweck erfüllt und Tierchen es bewohnen werden. Wobei es meinem Mann eher so gefällt wie es ist. Da hat eben jeder andere Vorstellungen.
      Du meinst das Vinca Major? Ja, das gedeiht nur mit Erde. Und die sind wirklich robust. Ich habe die Mutterpflanze einst aus einem wunderschönen Garten gerettet, der kurz darauf total plattgemacht wurde. Dort standen einige alte Hibisken, die ganz herrlich blühten. Zu gern hätte ich diese auch mitgenommen. Aber wer weiß, ob sie angewachsen wären ...
      Jetzt erfreue ich mich immer wieder daran, dass ich diese schöne blaublühende Pflanze nun schon so weit verbreitet habe, denn auch in anderen Gärten von uns hatte ich sie angesiedelt.
      Und stimmt, der Goldlack ist auch bei mir sehr robust. Er hat ja sogar im Winter geblüht. Und in meinem Garten hat er sich unglaublich verbreitet. Irgendwann werde ich einigen davon entfernen müssen. Nur schade, daß ich in meiner Umgebung niemanden kenne, der noch Pflanzen will. ;-) Auch Freundinnen haben genug. Ich müßte es auch mal auf eine Tauschbörse o.ä. schaffen, doch bisher hat das nicht geklappt.

      Liebe Grüße und auch ein schönes Wochenende!
      Sara

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  4. Ich würd es auch beranken lassen, dann sieht es super aus. Ich mag die warme Farbe der Steine, das ist so ganz anders als in den gekauften Gabionen.
    VG
    Elke

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    1. Danke, liebe Elke!
      Diesen Einheitsbrei mögen wir auch nicht! Und so werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. ;-) :-)
      Immer wieder amüsant zu beobachten, daß anderen Leuten unser Garten so besonders gut gefällt, doch selbst halten sie sich an Schema F .... nur ja nicht auffallen oder nicht zu viel Arbeit. Ich möchte allerdings wetten, einige MACHEN sich mehr Arbeit mit ihren recht dürftigen Gärten als unsereins. :-)

      Liebe Grüße und ein schönes Maiwochenende!
      Sara

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  5. Hallo Sara,
    bei Euch kommen viele Steine zusammen. Da Euch viel Platz zur Verfügung steht, ist der Bau einer Gabione eine gute Idee. Vielleicht werdet Ihr noch weitere Gabionen errichten müssen, wenn Ihr weiterhin so viele Steine erntet? Somit seid Ihr jetzt steinreich.
    Wir sammeln unsere Steine in Eimern und bringen sie zu einer Firma, die einen Steinbrecher hat und das Material für den Straßenbau zerkleinert.
    Liebe Grüße von Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      allzu viele Steine möchte ich auch nicht mehr aufheben. Vielleicht noch eine kleine Erweiterung, dann ist es genug und mit dem Rest werde ich ebenso wie Du verfahren.
      Allerdings werden in diesem Garten vermutlich keine großartigen Veränderungen mehr vorgenommen. So wie es jetzt ist, ist es gut. Es soll eine größere zusammenhängende Wiesenfläche bleiben. Alles andere wäre zuviel Arbeit. Die Zeit fehlt einfach zur Bewirtschaftung. Außerdem finde ich ein Stück Wiese immer sehr schön. Ich möchte im Garten ungehindert spazierengehen können oder auch mal Tische, Stühle, eine Liege o.ä. aufstellen können, unsere Kinder vielleicht ein Zelt ...

      Liebe Grüße und einen schönen 1. Mai!
      Sara

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