Dienstag, 26. April 2016

Waldmärchen ...



Angeregt durch Ingrid's Waldpost und in Anlehnung an meine eigenen Ausführungen über den Wald als heilendes Band (und natürlich gibt's hier noch viel mehr über den Wald unter dem entsprechenden Label!) möchte ich heute auch noch einmal zu einem Ausflug in einen noch recht abwechslungsreichen Wald aus meiner Nähe laden,  inmitten eines Landschaftsschutzgebietes gelegen.


Einfach entzückend, wie sich der Sauerklee auf dem toten Baumstumpf eine Nische erobert hat


Zu der Gegend hatte ich übrigens vor langer Zeit, synchron in etwa mit meinen Blogger-Blogs einen Wordpress-Blog angelegt, zu einer Zeit, als ich nach einer schweren Krankheit und OP das Haus zunächst nicht verlassen konnte .... denn das war auch dort, wo der Waldgarten lag und ich habe diese Gegend sehr geliebt! Doch inzwischen hat sich dieser Blog überholt, da das Dorf nun eine eigene Homepage hat! Und ich so häufig dort auch nicht mehr hinkomme, um auf einem aktuellen Stand zu sein.

Interessant, was sich bei der Recherche im Internet zuweilen so finden läßt, wie dieses alte Buch über die Flora Brunsvicensis. Gern stöbere ich in alten Schriften, wie die Umgebungsflora ehemals ausgesehen hat, denn Einiges läßt sich davon durchaus auch heute noch finden!

In der alten Schrift geht es auf Seite 138 u.a. um die Bodenbeschaffenheit, welche für Buchen vorzüglich sei, wie eben in diesem Wald, ebenso für die Eiche, denn bei magerer, dünner Oberkrume vermögen hochstämmnige Gewächse nicht tief genug einzudringen. Orte aus der Nähe werden ebenfalls genannt. Dieser Wald wächst auf Kalk in Vermengung mit Ton, Lehm und Sand.  Dieses E-Book ist übrigens kostenlos!

Die vielfältige und durchwachsene Waldflora fasziniert jeden Frühling aufs Neue.




Maiglöckchen in großer  Zahl bevölkern diesen Wald an vielen Stellen.



Das Hinweisschild, das ich gleich zu Anfang in der  Nähe des am Waldrand befindlichen Sportplatzes vorfand, liest sich ja eigentlich nicht schlecht.



Forstwirtschaft gibt es aber auch hier in diesem naturnahen Wald. Ich weiß auch von privaten Holzabholern aus früheren Jahren für die Kaminheizung oder Ähnliches. Zu der Zeit sah es teilweise ganz schön böse auf manchen Wegen aus. Aber der Wald ist großzügig und überdeckt diese Wunden irgendwann.

Auch dieser Baum mit dem roten Zeichen kommt weg - wie auf dem Infoblatt beschrieben ...


genauso wie dieses zierliche Bäumchen



Wobei das weiße "T" eine sog. Rückegasse markiert.




Mehr Licht braucht der Wald - die einzelnen Bäume - sicherlich (wie aus dieser Info zu entnehmen) , sonst verkahlen sie untenherum, und in einem naturnahen Wald sollen sie sich schließlich ausbreiten können. Nur in stark bewirtschafteten Wäldern stehen die Bäume dicht bei dicht wie Staketenzäune. ;-) Da sie ja eh in absehbarer Zeit wieder gefällt werden.
Allerdings macht dieser Wald in vielen Abschnitten auf mich nicht den Eindruck, als sei er zu dicht und zu dunkel! ;-)

Hier sind die Treckerspuren zu erkennen, die ich mit meinem Smartphone fotografiert habe. Aber auch das zarte Grün des Waldes, dem ich in jedem  Jahr entgegenfiebere, denn so zart wirkt der Wald noch am aller lieblichsten.



Holzpolter (der Fachbegriff!) am Wegesrand ...


Alles in allem schaut es derzeit in diesem Wald aber noch sehr ansprechend aus. Aber vielleicht kommt das ja noch lt. Ankündigung - denn viele Stellen habe ich noch nicht entdecken können, an denen gefällt wurde . . .

Und für Nachwuchs ist reichlich gesorgt ...


Noch wirkt der Wald ziemlich licht, doch schon im Mai sieht das dann GANZ ANDERS aus - wie auf den Fotos von Mai 2012 zu erkennen., Das Grün wird saftiger (was nicht nur an den Smartphone-Fotos liegt!), die Vegetation üppiger ...
In diesem Bereich darf das Wild auch nicht gestört werden, das dezente gelbe Hinweisschild deutet darauf hin.


Sobald es warm genug ist für die Waldameisen, krabbeln sie überall im Wald herum, da heißt es sich in Acht nehmen - an einigen Stellen sind große Ameisenhaufen zu finden. Foto ebenfalls aus Mai 2012!


Und das Bärlauch-Vorkommen habe ich dort im April 2011 bildlich festgehalten.


Noch sehr viel mehr Bärlauch ist hier an verschiedenen Stellen zu finden -  wenn man denn die Stellen kennt ... oder seiner Nase vertraut .... diese Aufnahmen erfolgten im April 2011.




Wo gehobelt gesägt wird, fallen auch Späne. Und das hier war noch ziemlich frisch. Auch hier schiefe Bäume, die wohl sicherheitshalber entfernt werden müssen.




Die Pfade dieses Waldes liebe ich ganz besonders, sie sind sehr abwechslungsreich von verschiedenen Kräutern am Wegesrand bestanden. Bald wird der Waldmeister rechts und links des Weges leuchten ....


So sieht es im Mai aus, wenn der Waldmeister überall blüht (Aufnahme von Mai 2010!)  Die Wegränder sind häufig beidseits von Waldmeister oder Sternmiere gesäumt.


Waldmeister einfach überall .... in der Collage von Mai 2011



Ein alter hohler Baum-Mann steht im Walde .... ganz stumm mit der Nummer 104!Was es damit auf sich hat, habe ich bislang nicht herausfinden können ...



Und was ist das - schaut ganz nach hellem Beinwell aus, oder?


Und die unzähligen duftenden Veilchen überall . . . in diesem Wald kann man noch mit allen Sinnen
das Heilende Band des Waldes erspüren.


Sauerklee an Mooskugel .... ähnlich wieder Sauerklee weiter oben - der Sauerklee besitzt überdies heilende Eigenschaften! Z. B. bei Magenerkrankungen. Dafür entsaftet man die Blätter des Sauerklees in einer Haushaltszentrifuge  und nimmt jede Stunde 3 - 5 Tropfen davon z.B. in Schafgarbentee. (Aus dem Buch der Maria Treben S. 96)

Auch hierzu lief mir zufällig noch ein Buch über den Weg über die Altdeutsche Gartenflora, worin der Sauerklee im Zusammenhang mit der Heiligen Hildegard genannt wird.


Dies ist jetzt auch die Zeit, während der der Aronstab blüht . . . 



Die Rinde der hier häufiger stehenden Hainbuchen mag ich besonders - man findet sie in unserer Umgebung nur noch selten. Ich habe sie eigentlich nur in diesem Wald entdeckt!



Eine Baumbrücke führt über einen kleinen Bach, der kaum Wasser trägt, denn es war in letzter Zeit sehr trocken bei uns. Daß hier Handlungsbedarf besteht, ist zu erkennen, einige Stämme haben sich tief geneigt und würden in absehbarer Zeit wohl zu Boden gehen - hoffentlich nicht gerade dann, wenn jemand darunter entlang geht!



Am Waldrand leuchten weiß die Schlehen und von weitem die Rapsfelder ... Insgesamt eine sehr schöne weite Landschaft, die ich immer wieder gern besuche, besonders auch den Wald.




Und fast hätte ich die reichhaltige Tierwelt vergessen .... wie diesen  Buchfinken, den ich allerdings im Mai 2013 aufnahm. Freilich erschließt sich einem diese auch nur dann, wenn man nach Indianer-Manier durch den Wald "schleicht" und nicht laut schnatternd durch den Wald stürmt!


Sogar diesen Herrschaften kann man in diesem Wald Wald begegnen ... (erlebt 2010 im Mai)


Oder der Ameisensackkäfer, nicht mit einem Marienkäfer zu verwechseln!
Damals - 2009 - habe ich sogar noch das Datum in die Fotos automatisch einfügen lassen. ;-)
Schade daß das Tierchen nur verschwommen geknipst werden konnte. Es ergibt sich sicherlich noch einmal die Gelegenheit für eine schärfere Aufnahme.


Genauso wie diesenSchmetterling an der Knoblauchsrauke, die hier massenhaft wächst ... (gesehen April 2010) und wie es aussieht, sogar ein Aurorafalter, den ich von der Unterseite her noch nicht kannte, da sie meist sehr flink sind und man sie kaum erwischen kann.



Ja, hier gibt es sogar Krokodile - wenn man ganz genau hinschaut :-) 
Gesehen im Mai 2012!


Und was soll ich sagen ... Obst gibt es natürlich auch, etwas zu ernten, wie diese Johannisbeeren, von denen etliche Sträucher mitten im Wald wachsen oder Walderdbeeren, Brombeeren, Waldhimbeeren ...



Ein Baum am Waldrand an einem Ende des Waldes ... noch in Sichtweite des Dorfes.



Und ein Stückchen weiter ganz am Ende dieses Waldes steht diese einsame Bank. Das Geäst am Boden gehört noch zu einem alten großen  Baum, der, soweit ich mich erinnere, vom  Blitzschlag gefällt wurde. Es war ein besonders stolzes schönes Exemplar. So schade, aber das sind die Naturgewalten, die an solchen exponierten Stellen gern einmal zuschlagen. Bald wird sich über der Bank ein riesiger grüner Blätterschirm senken, so daß man Mühe hat, die Bank auszumachen, auch weil alles in der Umgebung reich beblättert sein wird und sämtliche Stauden dann sehr hoch aus dem Boden geschossen sein werden.Auch Brennesseln .... 



Meine wundervolle Bach-Nelkenwurz habe ich auch wiedergefunden nach einigem Suchen, doch ich kannte ungefähr die Stelle noch . . . im Waldgarten hatte ich diese wilde Schöne schon angesiedelt!



Mit dem Baum-Herz ganz unten möchte ich diesen Post beschließen - hoffentlich bleibt dieser Baum erhalten, es wäre doch schade um das Herz und die Erinnerungen, die für die Betreffenden daran hängen ...




Und um noch einmal auf Ingrids eingänglich erwähnten Post zurückzukommen .... auch in diesem Wald liegen ab und an Dinge, die da nicht hingehören.  - Allerdings hielt sich das bislang aus meiner Sicht wirklich noch in Grenzen. Die rostige Schubkarre, die ich im März 2014 dort im Wald fotografierte, gehört aber wohl sicher nicht dazu sondern diente Abtransportzwecken, da sie "ordnungsgemäß" an einem Baun gesichert war. Ein schöner Wald eben . . .