Samstag, 5. November 2016

Topfpflanzen überwintern





Zum Überwintern von Topfpflanzen habe ich wohl explizit noch nie einen Post verfasst, doch machte ich mir 2013, als wir schon im jetzigen Haus wohnten, bereits Gedanken zum Überwintern von Geranien.

Eine einzige Geranie zierte auch in diesem Jahr die Amphore an unserer Terrasse. Ihre dunkle Blütenfarbe gefiel mir in diesem Jahr ganz besonders, denn in den letzten Jahren waren es eher helle Farben, die ich bevorzugte.

Schon immer habe ich es bedauert, wenn so viele Topfpflanzen kurz vor dem Winter im Abfall landen - lebende Pflanzen! Auch auf Friedhöfen läßt sich das jedes Jahr aufs Neue beobachten. Doch wenn es nicht so wäre, würden wohl all die Floristik-Betriebe und Gärtnereien nicht überleben. So hat jedes Ding eben auch zwei Seiten.

Dennoch will ich es wenigstens einmal mit der Geranie versuchen und sie im Gartenhaus unterbringen. Entweder sie überlebt dort oder eben nicht. Und so werde ich sie nach dem Tipp, den ich seinerzeit unter diesem Link fand, das heißt, dass ich meine Geranie ungefähr zur Hälfte zurückschneiden werde und den Topf dann einfach ins Gartenhaus stelle. Zwar kann man sie auch weitgehend ohne Erde einwintern, doch das ist mir zu viel Aufwand! Die Geranie ist im Topf und bleibt auch im Topf! Allerdings muss sie dann wohl gelegentlich gegossen werden, damit die Knolle nicht ganz austrocknet.  Das habe ich meist im Winter vergessen, denn wer denkt schon im Winter an Garten und schlummernde Geranien hinten im Gartenhaus??? ;-)  Die paar Male, die ich im Winter das Gartenhaus betrete, kann man wohl an einer Hand abzählen. ;-) Denn im Winter bin ich vielmehr auf Kulturelles und die Natur außerhalb des Gartens eingestellt und habe dann kaum Garten im Sinn.

Blüten und Knospen müssen leider mit abgeschnitten werden, sie würden zum jetzigen Zeitpunkt auch nichts mehr bringen.

Im Keller kann ich die Geranie bei uns aus den bekannten Gründen (ca. 20 Grad!) nicht lagern, wie auch im gesamten Haus nicht. Das Gartenhaus ist jedoch nicht wirklich frostfest. Daher kommt es auf einen Versuch an. Mit etwas Frostschutz könnte es gelingen.




Warum ich mich nicht schon viel früher - um zu überwinternde Topfpflanzen kümmerte, liegt einzig daran, dass es sie so gut wie nie gab. ;-) Denn neben dem Garten und allem anderen, was unser Leben zu der Zeit ausmachte sowie drei jüngeren Kindern wollte ich mir nicht noch die aus meiner Sicht unnötige Arbeit von Topfpflanzen-Bewirtschaftung aufladen mit allem Drum und Dran.  Der Garten war genug. - Natürlich hätte ich auch zu der Zeit schon gerne schöne Amphoren und andere schöne Gefäße besessen, die in der besseren Jahreshälfte herrlich bepflanzt eine Augenweide sind. Doch die rationalen Überlegungen sagten mir "lade Dir nicht noch unnötige zusätzliche Arbeit auf" - Du hast so schon genug um die Ohren und so war es ja auch.  Jahrelang der Tanz um den Burnout. ;-) :-) Es mußten Prioritäten gesetzt werden ...  Nun - das ist lange Schnee von gestern . . .

Jetzt geht es außerdem ums aktuelle Einwintern auch der Dipladenia, meiner Seerose, einer Duftgeranie und streng genommen auch den beiden Vanilleblumen (Heliotrop), denn ich finde es immer so schade, wenn ich jedes Jahr neue Heliotrop kaufen muß, die dann relativ klein sind und wenn sie endlich größer geworden sind, muß ich sie entsorgen. Mit dem Weihrauch verhält es sich genauso .... auf ihn möchte ich allerdings nicht verzichten. Sein herrlicher Duft ist einfach berauschend! Doch wohin mit alledem ohne kühlen Keller und einem nicht frostfesten Gartenhaus?

Auch den kühlen Flur-Platz bei meiner Mutter gibt es nun leider nicht mehr. Es wohnen neue Leute im Haus, ein Kinderwagen braucht auch seinen Platz und die Blumenkästen meiner Mutter müssen ebenfalls dort im Flur überwintert werden.

Jetzt ist guter Rat teuer ...


Aufnahme von August - inzwischen hat sie tüchtig zugelegt!

Die Dipladenia werde ich wohl kaum gut durch den Winter bringen, daher werde ich sie verschenken. Denn eine Überwinterung bei 10 bis 15 Grad kann ich in unserem Haus nicht gewährleisten. Bei uns ist es immer wärmer als 15 Grad und auch zu trocken. Unter solchen Verhältnissen blüht sie im nächsten Jahr jedoch nicht, wie ich allen greifbaren Quellen entnehmen kann und davon hätte ich dann auch nichts.

Künftig werde ich also noch genauer überlegen müssen, was ich mir überhaupt in den Garten und in die Töpfe hole, denn es lohnt ja nicht,  Pflanzen dann immer wieder entsorgen zu müssen. Vielleicht stelle ich die, für die ich keinen Winterplatz finde, einfach an den Straßenrand in der Hoffnung, daß sich jemand ihrer erbarmt, der die richtigen Verhältnisse dafür hat, z.B. einen kühlen Wintergarten.

September ist aber wohl etwas zu früh zu Hereinholen der Dipladenia, denn bei mir stand sie schadlos bis jetzt draußen! Und wir haben inzwischen November!

Bei meiner Duftgeranie ist das schon viel einfacher. Die habe ich bis jetzt immer noch über den Winter gebracht. Selbst wenn es bei uns im Haus so kühl leider nicht ist, vertragen diese Geranien das schon. Zumindest im Schlafzimmer wird es nachts sehr kühl oder sogar kalt, denn ohne gekipptes Fenster können wir nicht gut schlafen. Im Schlafzimmer habe ich dann auch von ihrem Duft noch etwas .... besonders wenn sie im Vorbeigehen gestreift wird. Ich sollte sie aber nach dieser Anleitung bald zurückschneiden.

Bedauerlich ist es jedes Jahr aufs Neue wegen der Vanilleblumen (Heliotrop)In diesem Jahr sind es sogar zwei, auch eine weiße, die ich sehr liebe. - Ich habe mir immer üppige Pflanzen gewünscht, doch wenn sie eine passable Größe habe, steht der Winter vor der Tür und sie erfrieren mir draußen, denn wohin sollte ich mit ihnen?

Und auch um den Weihrauch finde ich es immer etwas schade. 2010 erzeugte er sogar einen Ableger im damaligen Waldgarten. Und doch lasse ich ihn regelmäßig verfrieren, denn ich weiß einfach nicht, wohin mit ihm.

Sicher geht es Einigen von euch ähnlich, denn wenn man den passenden Platz zum Überwintern nicht hat,bleibt einem schließlich  nichts anderes übrig.

Und damit bin ich mit 970 Wörtern eindeutig über die von Profis empfohlenen 400 hinaus - deshalb höre ich für heute hier auf! ;-) ;o)


Nachtrag:
Heute am frühen Abend die Temperatur im hinteren Kellerraum gemessen  da hatte es "nur" 15 Grad - also es mit der Mandevilla dort vielleicht doch einmal versuchen. :-) Der vordere Keller ist eindeutig zu warm.