Sonntag, 1. Januar 2017

Blüten im Januar und Frostschutzberegnung!


Da bin ich wieder, meine Lieben!

Nachdem ich ausgiebig mit auf Instagram "geflirtet" habe, möchte ich mich Euch wieder widmen (hoffentlich vermisst man mich dort nicht!) *lach* - nein, ich werde allen Plattformen erhalten bleiben.

Zunächst wünsche ich Euch allen ein glückliches Neues Jahr, Gesundheit, Erfolg und alles, was Ihr Euch auch wünscht! Vor allem Frieden für unsere schöne Erde! Ich hoffe, es wird ein gutes Jahr! Mein Gefühl sagt mir, zumindest für mich privat! :-)
Ich hatte ein SEHR gutes Silvester und einen wunderbaren Neujahrstag. Es kann also nur gut werden, das Jahr 2017! ... Fotos sind von heute von unserem Neujahrs-Spaziergang, der bei uns Tradition hat.

Wieder an einem See - und wieder an einem anderen . . .  wir sind schon von so einigen Seen und Teichen umgeben. ;-)

Ein gelbes Kräutlein blühte tatsächlich noch! Genau konnte ich es leider nicht bestimmen. Wer also mag, gerne! Und das waren nicht die einzigen Blüten - sogar junge Blättchen an Sträuchern fand ich vor kurzem noch!



So schön sah es da draußen aus, die tiefstehende Sonne warf einen milden Schein über das Land. Doch der Anblick täuscht, es war durchaus empfindlich frostig! Obwohl keinerlei Schnee lag, auch kein Rauhreif!

Doch spät am Abend schneite es bei uns plötzlich - bin gespannt auf morgen Früh!  Von mir aus hätte es so bleiben können, wie es war .... Autofahrten bei Schneematsch über verschlungene enge Dorfstraßen sind alles andere als erfreulich!


Allerliebst hier inmitten der Natur die rosa Schneebeere (Symphoricarpos x doorenbosii) oder auch Purpurbeere.  Wenn sie nicht so wuchern würden, würde ich sie in meinen Garten holen. ;-) Doch wir hatten früher weiße Schneebeeren - die Ausläufer waren gewaltig. Trotz Wurzelsperre! Nie wieder! Für uns jedenfalls!



Selten hatten wir hier einen wirklich harten, kalten Winter. Die traten nur 1978/79 und 2010 auf! Mit um die 20 Minusgraden!

Doch wenn das wieder einmal so sein sollte, ist es gut, sich im Vorfeld schon über die passenden Maßnahmen zu erkundigen, um seine Pflanzen vor Frostschäden möglichst zu bewahren.
Das Einpacken von Gehölzen oder Rosen kennen sicherlich die meisten. Doch was ist mit Obstbäumen? Wenn diese bereits Knospen tragen, die verfrieren könnten?


Keine Bange also, Frühblüher können NICHT erfrieren! Auch bei mir schauen sie längst aus dem Boden!


Es ist schon interessant, wie die Frühblüher auch das Sonnenlicht mit ihren Blättern wahrnehmen und so auch erkennen, wie lang die Tage sind! So wird die Blüte erst ausgebildet, wenn die Sonnenstunden lang genug sind. Sehr klug eingerichtet! 

Die Frühlingsblüher besitzen außerdem ein prima "Frostschutzmittel", nämlich einen Zucker, nicht der zum Backen und Einkochen sondern Glycerin! Besser: Zucker-Alkohol!Hier ganz kindgerecht erklärt!

Die Vorfrühlingsblüher reagieren wiederum auf Luft- und Bodentemperatur. Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf meine Winterlinge, die sich im vergangenen Jahr ja exorbitant vermehrt hatten - wie aus dem Nichts! So etwas habe ich in meinen anderen Gärten noch niemals erlebt!

Allerdings gibt es auch den Fall, wie im vergangenen Jahr, wenn im Winter länger relativ warm war und spät noch eine Frostperiode eintritt mit relativ tiefen Temperaturen. Denn da die Pflanzen dann bereits austrieben und Knospen bildeten, erfriert dies alles dann leider, da kann man dann nichts machen! So z.B. einigen meiner Rosen geschehen, auf die ich in diesem Winter ein besonderes Auge haben werde!

Eine meiner Waldgartenrosen,wie sie beim Rauhreif vor nicht langer Zeit aussah . . .  auch im überzuckerten Zustand noch wunderschön!



Die Vorfrühlingsblüher zählen auch zu den sog Frostkeimern und werden von Gärtner-Profis bekanntlich künstlich  zum Leben erweckt, was Stratifiktion genannt wird, denn sie kommen für ein paar Tage in den Eisschrank. Hier finden sich einige Beispiele für Frostkeimer.

Nur am Rande bemerkt, wusstet Ihr, daß es sogar Feuer-Keimer gibt? Ich nicht! Darauf bin ich jetzt durch meine Recherche über die Frost-Keimer gestoßen. ;-)
Diese Pflanzen bzw. Samen sind selbst auch leicht entflammbar und die Samen gelangen nur durch ein Brandereignis, wie bspw. einen Waldbrand zur Keimung!
Es wäre doch ein spannender Versuch, einmal ein kleines!! Feuerchen im Garten anzuzünden, und später zu schauen, was sich an diesem Platz dann so tut! Das soll jetzt aber keine Aufforderung sein! Und dabei sind die jeweiligen örtlichen Gesetze zu beachten! 

Doch was ist mit den Knospen der Obstbäume?

Im professionellen Obstanbau begegnet man Frostschäden mit einer sog. Frostschutzberegnung. Mir war das auch neu! Es geht wohl darum, wenn die Bäume bereits zu blühen beginnen und plötzlich ein Frost auftritt, der alles zunichte macht. Die Bäume werden dann ununterbrochen beregnet. Dadurch bildet sich auf den empfindlichen Pflanzenteilen eine dünne Eisschicht, und während des Gefrierprozesses wird die sog. Erstarrungswärme des Wassers freigesetzt. Dadurch sinkt die Temperatur innerhalb dieser Eishülle über längere Zeit nicht sehr unter den Gefrierpunkt. Dadurch werden die Knospen bzw. Blüten bewahrt!

Man lernt eben nie aus! Doch wie sollte man so etwas im Hausgarten verwirklichen??

Der Mechanismus des Frostschadens an Knospen wird in diesem Dokument anschaulich erklärt. Es geht also nicht nur um die Knospe als solche sondern auch die Markbrücke, die die Verbindung des künftigen Blütenstandes zur Nährstoffversorgung darstellt. Diese Verbindung existiert im Winter noch nicht. Im Frühjahr werden dann allmählich die Verbindungen mittels des Markmeristems (einem sog. Bildungsgewebe) zu den Leitungsbahnen im Baum hergestellt.  Wenn am Markmeristem Schäden entstehen, wirken sich diese ebenso auf die Entwicklung der Knospen im Frühjahr aus. Auch ein Braunwerden der Blüten ist gefährlich! Das konnte ich in unserem Waldgarten bereits einmal am Sauerkirschbaum beobachten.

So wie auf diesem Bild wird der See vermutlich morgen nicht mehr aussehen .... ich lasse mich überraschen ...


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