Donnerstag, 16. März 2017

Die typische Gärtnerin ...



Die typische Gärtnerin bin ich gewiß nicht - denn wir haben weder Kompost im Garten noch ein Hochbeet oder überhaupt akkurate Beete mit Gemüse. Auch kein Gewächshaus und schon gar keine Anzucht von Sämlingen auf der Fensterbank. ;-)  Auch verpeste ich meinen Garten nicht mit dem Gestank irgendeiner Brühe! Das wäre schon für die Nachbarschaft unzumutbar! Aber ich halse mir so oder so  ungern  unnötige Arbeit auf!
Ich koche überdies keine Marmeladen, häkele keine Spitzendeckchen für die Marmeladenglasdeckel und habe auch keine randvolle Gefriertruhe mit Produkten aus Eigenanbau (die meist doch nicht aufgegessen werden, da es immer zu viel und auf Dauer langweilig ist ...) und ich winde nicht ständig Kränze oder stelle Blumengestecke aus den Gartenprodukten her - all diese Arbeiten erspare ich mir wirklich gern. Doch wie es aussieht, scheint nur das alles zu einer "richtigen" Gärterin dazu ugehören. In jedem anständigen Gartenblog ist so etwas zu lesen, nicht nur in den Gartenblogs von Frauen! Fragt sich also nur, was macht DIE denn den ganzen Tag  Ich schreibe, wenn's genehm ist .... und alles andere kann man meinen Blogs entnehmen ...

Einiges davon habe ich auch einmal praktiziert, doch das ist lange her. Damals war ich junge Mutter und wir besaßen das "richtige" Haus dafür. Außerdem war ich zu der Zeit nicht so viel unterwegs wie heute, so daß ich mich besser um Keimlinge kümmern konnte. Genauer: Wenn man jüngere Kinder hat, ist man oft  zwangsläufig mehr zuhause, ist ja auch logisch oder man muß sie in eine Krippe o.ä. geben, wie das heute häufig geschieht, doch das war mein Ding nicht! Lieber war ich dann wenige Jahre lang "angebunden" . . . Und ich war jung und hatte für all das mehr Zeit und Energie. - Alles hat eben seine Zeit, das wußte schon der weise Salomo!


Schneeglöckchen an der Terrasse vor einiger Zeit - inzwischen sind sie verblüht!

Heute will ich einfach nur und hauptsächlich den Garten genießen  ... das Gemüse und auch das Obst kaufen wir aus zuverlässigen Quellen und erfreuen uns an dem wenigen Obst, das da in unserem Garten gedeiht.  Ich schätze also vor allem den außerordentlichen Erholungswert eines Gartens!
Alles andere ist für mich persönlich nicht wichtig, auch wenn nette  Zeitgenossen mich von Zeit zu Zeit immer wieder darauf hinweisen, was angeblich alles zum richtigen Gärtnern gehört! 
Doch ich gärtnere so, wie ICH es für richtig halte und wie es für MICH gut ist! Und nicht wie "man" gärtnert oder gar zu gärtnern hat! Garten-Hacker eben ...

Sicher gibt es hunderte Bücher zu diesem Thema - da fehlt ja dann nur noch meins über MEINE Art zu gärtnern! Ich werde es mir überlegen oder wenn ein Verlag mir ein lukratives Angebot macht . . . 


Ganz entzückend, die Milchsterne (Ornithogalum), die ich erst in diesem Februar pflanzte!



Dennoch betrachte ich  mich nicht als reine Zier-Gärtnerin. Was für ein Wort! ;-) Denn nichts ist mir wichtiger, wie Wildkräuter im Garten zu beherbergen. Ohne diese Pflanzen, die die Gesundheit oftmals wieder herstellen, zumindest verbessern können, ist ein Garten für mich kein Garten! Allerdings mißbrauche ich die Heilpflanzen nicht häufig und vorwiegend zu kulinarischen Zwecken, denn dafür sind sie aus meiner Sicht nicht gedacht! Die Heilwirkung soll nicht verloren gehen - alles was man jedoch zu häufig und in zu großer Dosierung benutzt, schwächt sich irgendwann ab. Das kennen wir schon vom Penicillin!

Und so darf alles in trauter Eintracht in meinem Garten wachsen - Wildpflanzen neben Kulturpflanzen - aber trotz alledem gibt es kein kunterbuntes Durcheinander, denn die schöne Optik ist mir daneben außerordentlich wichtig und da arbeite ich nachhaltig und weiterhin dran!


Das Lungenkraut hat gerade seine erste Blüte geöffnet!


Das einzige bisher blühende Gedenkemein . . .


Ich schaffte es heute, 3 Beete zu umstechen und 2 davon zu jäten. Unter anderem auch hier unterhalb des  Apfelbaumes. Nun schaut es dort wieder manierlich aus, der Polsterphlox kann sich weiter ausbreiten - die Krokusse haben es bereits getan und sich schon gut vermehrt. Ich bin wirklich erstaunt, wie schnell das in diesem Garten geht! Überall finde ich Mini-Krokus-Pflanzen. :-)



Ganz entzückend  zeigt sich auch der Krokus 'firefly'



Nur die Alpenveilchen liegen ein wenig darnieder. Ob sie schon verblühen? Denn zu trocken ist es derzeit unter der Weide nicht, aber auch nicht zu nass!


Ein zweites Leberblümchen, das am Fuße des Terrassenhanges in der Nähe des Bambus wächst, erblühte jetzt auch. Im Terrassenhang hat sich massig Vogelfutter ausgesamt. Eine schöne Arbeit, das alles wieder zu entfernen. Und doch wollte ich das Futterhaus nicht weiter weg stellen, denn dann sind die Vögel außer Sichtweite. Außerdem sind sie diesen Futterplatz gewöhnt. ;-) Hoffentlich verbreitet sich dort das Immergrün Vinca minor mehr und mehr, damit ich hier nicht immer so viel jäten muß!


Ein einzelnes Leberblümchen öffnet auch gerade sein Blütenköpfchen. Vermutlich ein Ableger.



Der Goldlack mit der besonderen Farbe beginnt zu blühen - er hat sich außerdem schön ausgebreitet.


Wunderschöne Lenzrose - nun blühen sie wieder in 3 Farben und Formen ...




Für alle, die meinen Garten noch nicht so gut kennen, hier einmal ein kleiner Einblick mit Bildern aus dem Hochsommer 2016! Die Sonnenblumen gehörten eigentlich nicht in das Beet, doch ich habe sie gnädigerweise dort stehen gelassen. ;-)Sie erfreuten mein Auge dennoch, aber in diesem Jahr werde ich keine Sonnenblumen mehr in diesen für andere Pflanzen reservierten Beeten dulden!


Vermerken möchte ich an dieser Stelle noch, daß ich die Nadelgehölze vor ca. 1 Woche gedüngt habe. Ich bin zwar nicht grundsätzlich für künstliches oder häufiges Düngen, doch in diesem Falle hatte die letztjährige frühe Februar-Düngung den  Gehölzen sehr gut getan, auch die Tannenläuse traten zum Glück nicht mehr in Erscheinung!