Mittwoch, 7. September 2016

Wann das Herbstlaub fällt und wann Altweibersommer beginnt


 Aufnahme vom 11.10.12 um die Mittagszeit

Jedes Jahr wiederholt sich in der Blogosphäre das gleiche 'Spiel' - kaum ist der Spätsommer so richtig im Gange, der sich bis Anfang September - also bis in die jetzige Zeit zieht - wird überall von Herbst geschrieben, von Laubfall, vertrocknetem oder auch gefärbtem Laub, es werden teilweise sogar schon Winter- oder Weihnachtsszenarien heraufbeschworen.  Es scheint also nicht ganz eindeutig zu sein, wie es sich überhaupt mit dem herbstlichen Laubfall verhält. Dazu trägt aber wohl auch der Klimawandel mit den Änderungen der Witterung während der entsprechenden Jahreszeiten bei.

Ähnlich verhält es sich im Winter, wenn der Frühling mit aller Macht heraufbeschworen wird, so als sei er schon im Anmarsch! Da werden Muscari und andere Zwiebelblüher wie die gläserne Wahrsage-Kugel benutzt, um nach Art eines Flaschengeistes den Frühling doch bitteschön schnellstens wie durch eine Zaubermacht draußen explodieren zu lassen .... doch meistens ist es noch lange hin, bis sich der Frühling dann tatsächlich blicken läßt, bis auf seltene Ausnahmen, wie in den letzten Jahren schon mal im Februar! ;-)

In diesem Post wollte ich deshalb dieser Frage einmal nachgehen . . . 

Warum werfen Bäume im Winter ihre Blätter ab  bzw. ab wann kann man von herbstlichem Laubfall sprechen.

Denn bei Dürre fallen die Blätter ja bereits im Sommer, so daß es den Anschein hat, es sei verfrüht Herbst geworden. Das Braunwerden der Blätter liegt in dem Falle jedoch vor allem an der  großen und anhaltenden Trockenheit. - - - Dürrestress . . .   wenn Bäume im Juli oder August, Anfang September schon wie im Oktober aussehen! Und die hohe Ozonbelastung tut ein Übriges! Ebenso Schädlingsbefall und dann noch im Kombination mit Hitze und Dürreperioden!

Mitten im Juli: Das Laub fällt Bäume reagieren auf die Hitzewelle

In unserer Gegend beobachte ich dieses Phänomen besonders bei Platanen und auch Kastanien. Bei letzteren ist dann zusätzlich noch ein starker Miniermotten-Befall für das vorzeitige Braunwerden der Blätter verantwortlich.

Die Bilder mit dem davonlaufenden Igel waren am 28. Juli 2011 bereits im Blog zu sehen! Zu der Zeit tosten bei uns schon Herbststürme ums Haus. Und "Herbst"laub hatten wir auch da (im Juli!) auch schon eine Menge aufzufegen, was nichts anderes als versengtes oder krankes Laub war! Es handelt sich um die Kastanie, die im Waldgarten wuchs und die leider von den Miniermotten nicht verschont blieb. Dieses Laub fiel dann bereits im Juli braun gefärbt vom Baum, wie die Bilder zeigen.





Der einzige wirkliche Grund des Laubfalles im Herbst ist der, daß die Bäume sich schützen, um den langen Winter gut zu überstehen! Denn wenn die Blätter in dieser unwirtlichen Jahreszeit weiter am Baume blieben und Wasser verdunsteten, während der Boden schon gefroren ist, müßte der Baum sterben! Da hat der Schöpfer einen wunderbaren Mechanismus eingebaut. Somit zieht der Baum alle wertvollen Nährstoffe aus den grünen Blättern in seinen Stamm und Wurzeln und - die Blätter werden manchmal zunächst bunt, später dann braun. Wobei rote Blätter noch nicht ganz abgestorben sind und sogar eine Art UV-Filter haben sollen,der sie vor der intensiven Sonneneinstrahlung im Spätsommer und Herbst schützt!


Doch bei einigen Bäumen bleiben die braunen, vertrockneten Blätter auch am Baum hängen. Näheres zu diesem Mechanismus könnt Ihr den oben verlinkten Seiten entnehmen, wen das interessiert.



Aufnahme vom 30.10.2015 um die Mittagszeit

Doch bevor das Laub fällt, färben sich die Blätter der Bäume im Herbst erst einmal bunt, gelb, rot  ... Hier bei uns habe ich bis jetzt noch keine verfärbten Blätter auf den Bäumen gesehen! Nur braune vertrocknete Blätter ...


Oktober-Ahornblätter vom 29.10.2011 aus dem Waldgarten

Auch die hohe Weide in unserem Garten hat sehr unter der Dürre gelitten und wirft dann in jedem Jahr, wenn es so lange so trocken ist, schon vorzeitig einen Teil ihrer Blätter ab, sogar ganze Zweige verdorren dann! Jetzt warten wir erst einmal auf den Altweibersommer, der zwischen September/Oktober liegt und eigentlich kein richtiger Sommer mehr ist. Man nennt ihn auch 'Indian Summer' und davon sind wir hier derzeit noch entfernt.

So sieht der Indian Summer bei uns dann aus - in Amerika ist er wohl noch farbenprächtiger, vor allem mit mehr Rot-Anteilen.



Aufnahme vom 31.10.2010 - früher Nachmittag - im Reitlingstal/Elm


Nur die Tage werden schon deutlich kürzer und gestern morgen habe ich wallenden Nebel gesehen, als ich mit dem Auto unterwegs war ... es wird aber sogar wieder sehr sommerlich warm - 32 Grad waren angesagt - was wollen wir also mehr - noch ist Sommer, wenn auch Spätsommer ...

Im November ist dann alles vorbei, alles Laub liegt unansehnlich braun oder schwarz geworden am Boden, häufiger läßt sich nun der Nebel blicken und bis Weihnachten ist es dann nicht mehr allzu lang. Den November lieben wohl die wenigsten von uns. ;-)


Kommentare:

  1. Liebe Sara
    Das stimmt alles, aber ich bin dennoch bereits in herbstlicher Stimmung. Die Blumenläden bieten alle schon Astern und Chrysanthemen an. Im Garten ist das erste herbstliche Obst erntereif. Bis dann der wirkliche (grauslige) Herbst kommt, ist es aber wie Du schreibst noch eine Weile hin. ZUM GLÜcK
    Grüess Pascale

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    1. So sehe ich das natürlich auch, liebe Pascale. Das ist wie mit den Lebkuchen, die schon frühzeitig produziert werden (geht ja auch kaum anders, denn auf dem letzten Drücker - wann sollen sie denn dann in die Läden gelangen??? So etwas muß beizeiten geplant werden) So hat man länger etwas vom goldenen October :-)
      Ich freue mich indessen noch an hochsommerlichen Temperaturen, bei denen nur die Sonne nicht mehr ganz so hoch am Himmel steht und die damit erträglicher sind als im Sommer. So könnte es noch lange weitergehen ....

      Liebe Grüße
      Sara

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  2. Liebe Sara, da hast Du vollkommen Recht, allerdings wirkt es draußen zum Teil schon sehr herbstlich. Es ist nicht nur der Nebel, sondern auch die derzeit blühenden Pflanzen. Für Kürbisdeko ist es mir allerdings noch ein wenig zu früh.

    Lg kathrin

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    1. Bei uns kann man das derzeit noch nicht so sagen, liebe Kathrin. Nur durch die lange Dürre blüht natürlich nicht mehr so viel, wie in feuchteren Jahren. Aber die Bäume sind noch schön grün und in Gärten mit anderem Boden blüht es nach wie vor sommerlich. Klar, die Herbstblüher zeigen sich nun, wie die Astern - aber bei mir blüht erst eine einzige von ihnen, alle anderen haben ihre Blütenknospen noch fest verschlossen.

      Kürbisfeste finden bei uns allerdings schon statt. Für die Kinder ist das immer eine Gaudi. Und warum auch nicht, solange das Wetter noch so herrlich ist. Denn meist sind diese Veranstaltungen ja draußen unter freiem Himmel.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
      Sara

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  3. Liebe Sara,
    ich liebe den Altweibersommer, ich liebe noch mehr den Herbst, wenn frühmorgens der Nebel aufsteigt, und ich mit den Füßen durch das heruntergefallene Laub schlendern kann, dann bin ich wieder Kind *schmunzel* Die ersten Herbstblüher öffnen ihre Blumen, die Sommerblüher sind langsam fertig und bereiten sich auf den Winterschlaf vor ... nur die Temperaturen, die sind mir zu hoch, ihc freue mich auf kühlere, sonnige Herbsttage :O)
    Hab einen schönen Tag und einen guten Start in ein entspanntes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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    1. Meine liebste Jahreszeit ist der Frühling und Frühsommer, wenn alles so herrlich blüht und die unzähligen Düfte durch Garten und Natur schweben, liebe Claudia. Wenn die Natur noch ganz frisch und "neu" ist. Herbst und Winter mag ich schon weniger durch die langen dunklen Tage. Ich bin sehr unternehmungslustig und mag es nicht, wenn große Teile des Tages dunkel sind, dann kann man draußen nicht so sehr viel anfangen. Aber damit müssen wir leben, es hilft alles nichts. ;-)
      Und so wird der liebe Gott eben jedem Menschen einmal gerecht - ansonsten wärest Du oder ich stets im Nachteil, wenn alles immer gleich bliebe *lach*

      Auch ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
      Liebste Grüße
      Sara

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  4. Liebe Sara , Danke für die wunderbaren herbstlichen Bilder . Natürlich muss es im Herbst auch Nebel geben und Regen und kühlere Temperaturen . Alles hat seine Gründe , dann zünden wir uns eben eine Kerze an und trinken heissen Tee von Blüten und Blättern , die uns Frühling und Sommer bescherte . Geniessen wir also noch diese sonnigen Tage , solange sie uns geschenkt werden !! Hast Du es bemerkt , auf den Bilden mit dem Igel hast Du Orbs eingefangen !?
    Hab ein gemütliches Wochenende , liebe Grüsse ,
    Maria

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    1. So ist es, liebe Maria, besonders in unseren Breiten, damit müssen wir leben. Dennoch kann man eine Vorliebe für bestimmte Jahreszeiten haben. Mich bzw. unsere Familie hat es dereinst auch hierher verschlagen - wären die Entwicklungen andere gewesen, wäre ich vermutlich heute nicht hier sondern in eher südlicheren Gefilden. Vielleicht bin ich deshalb mehr dem späten Frühling und Frühsommer zugetan. :-)
      Aber ich kann auch mit den anderen Jahreszeiten leben - wir kennen es hier ja nicht anders. Vielleicht überwintere ich später einmal in südlicheren Gefilden. ;-)

      Ja, diese runden Flecke ... leider entstanden die Aufnahmen mit Blitz, dann kann dieser Effekt zustandekommen. Aber sonst wäre es wohl zu dunkel gewesen, um den Igel aufzunehmen.

      Liebe Grüße und auch Dir ein schönes sonniges Wochenende
      Sara

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  5. Hallo Sara,
    man mag gar nicht an den Herbst denken und dennoch steht er quasi vor der Türe. Man sieht die ersten Anzeichen in der Natur. Bei uns in der Stadt sind viele Bäume vertrocknet, weil es seit drei Wochen keinen Tropfen geregnet hat. Viele Bäume werfen vorzeitig das Laub ab.
    Egal, ich genieße diese Spätsommertage trotzdem.
    Liebe Grüße von Ingrid

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