Freitag, 14. Oktober 2016

Fragt Ihr Euch das auch manchmal?





Warum tue ich mir das eigentlich an? - Jahr für Jahr im Herbst - wenn es ans Winterfestmachen des Gartens geht . . . denn das ist immer eine ziemliche Arbeit und das bei unwirtlichen Temperaturen, bei denen ich normalerweise den Garten erst gar nicht betrete. ;-)
Ich muß ehrlich sagen, daß ich diese Gartenarbeiten, denn das ist echte Arbeit, nicht besonders liebe!

Doch heute war es eigentlich - bis auf den Wind - sogar ganz angenehm. Nur der Himmel war für meinen Geschmack zu grau, aber es regnete wenigstens nicht. Aber nach Tagen der Knie-Schonung war mir nun wirklich mal wieder nach etwas mehr Power . . . 
Und so ackerte ich heute mehrere Stunden - von Mittag bis zur Dunkelheit im Garten, um aufzuräumen, Sträucher zu beschneiden, Beete zu mulchen .... die Zinkwanne mit der Seerose "einzumotten" und so allerlei Dinge mehr .... dabei vergeht die Zeit und ehe man es sich versieht, tritt die Dunkelheit ein. Und dann hat man immer noch nicht alles geschafft .... dazu mein lädiertes Knie, mit dem ich eigentlich gar nicht so viel herumlaufen soll ..... aber das sagt mal einem Bewegungsnaturell! ;-) ;o)


Tannenzweige kleinschneiden und die Rosen damit ummanteln .... als Schutz vor dem kommenden Frost. Besonders die Charles Austin-Rose, die da am Zaun-Eck steht, wurde als eine der ersten mit dem Tannengezweig eingedeckt. Sie soll nun nicht auch noch unter möglichem Frost zu leiden haben, denn die Trockenheit hat sie in diesem Jahr schon arg mitgenommen.

Warum nur mache ich mir so viele Gedanken um all die Pflanzen? Kann ich die Pflanzen nicht einfach Pflanzen sein lassen und nach mir die Sintflut???

Man könnte es doch so schön haben, wenn da nicht immer der Garten im Hinterkopf spukte ... ;-)




Auf dem Bild ganz oben ist nun auch ein Teil der neuen Stein-Anlage zu sehen, die nicht mehr so umfangreich werden soll, wie der Lesesteinhaufen am Ende des Gartens, der nun nach und nach aufgelöst wird. Doch für viele der Steine haben wir noch einen anderen Verwendungszweck, auf den ich zu einem späteren Zeitpunkt noch eingehen werde. 

Vor einiger Zeit stand noch der neu erworbene Enkianthus (Prachtglocke) an dieser Stelle, während ich schon mit dem Abbau des Steinhaufens begonnen hatte ... Die Prachtglocke hat nun einen anderen Platz bekommen, denn das Erdreich hier hinten war zu dem  Zeitpunkt mit dem Spaten einfach undurchdringbar. Ich hoffe, daß ich den Strauch nicht noch einmal werde umpflanzen müssen! Was mir leider schon öfter passierte ....

Wieso machen wir uns immer so viel und oft auch unnötige Arbeit????? Aus reiner Gartenliebe??? Ist das nicht ein bißchen 'verrückt'?



Das Pflanzschild - um im nächsten Jahr den Vergleich zu haben - denn es gibt auch eine rot blühende Art - was ich da nun genau erworben habe, weiß ich nicht einmal so ganz genau, schön wäre aber weiß mit zartrosa Rand, also genau die Farbe der Glöckchen auf dem Schild.

Die Prachtglocke habe ich bei Edith/Staudenflüstern erstmalig entdeckt, vorher kannte ich diesen Strauch nicht, und mich sofort in die kleinen auf dem Boden verstreuten zarten Glöckchen verliebt. Das sieht genauso schön aus, wie wenn der Holunder seine weißen Sternchen verliert. :-)

Als wenn unser Garten nicht schon voll genug wäre! ;-) Und all diese Gewächse werden einmal groß! Da habe ich mir was eingebrockt. ;-)



Neben das Japanische Blutgras setzte ich zu den neu formierten Steinen noch die rot-grün-laubige sukkulente Pflanze. Und dahinter eine Sternwurz mit den tannenbaumähnlichen Austrieben. Im letzten Jahr schon kaufte ich eine Sternwurz, ohne da jedoch ihren Namen zu kennen, denn oft sind solche Pflanzen nicht ausgeschildert. Nur leider pflanzte ich sie inmitten des Lesesteinhaufens, was sie wohl nicht so gerne mochte. Nun habe ich es anders gemacht und diese Pflanze neben die Steine direkt ins Erdreich gesetzt. Da sie winterhart ist, müßte sie das überleben, zumal dieser Standort relativ trocken ist.

An diesen Ziegelsteinen hänge ich, da sie für mich eine spezielle historische Bedeutung haben! Es sind alte Steine aus einem  Gebäude, das ich schon seit meiner Kindheit kenne! Denn sonst hätte ich wohl andere Steine an diesem Platz gewählt.

Manchmal sind wir Gärtner doch recht seltsame Naturen ... wobei es da schon große Unterschiede gibt, denn die einen gärtnern überwiegend oder ausschließlich Eßbares, andere eben Schönes zur Zier und Seelenfreude . . . da darf der Garten"schmuck" dann nicht fehlen  und wenn es auch nur Andenkensteine sind *tss tss* Dabei stößt Gärtnerin allerdings nicht überall auf Verständnis. ;-) ;o)


Damit ich später nicht lange nach den Schildern suchen muß, verewige ich auch diese hier im Blog.



Der Sommerflieder blüht noch immer und sein aparter Duft versöhnt mich ein wenig mit den doch eher unangenehmen Arbeiten. 

Denn für WAS tue ich all das eigentlich? Oder für wen? Wirklich für mich selbst, für uns??????? Für die Passanten, Nachbarn????? Oder gar für den Blog???  Um über den Garten schreiben zu können???????????????????

Könnte ich es nicht um so vieles besser haben, wenn ich mir all die Plackerei sparen würde? Den Sommer auswärts genießen, wandern gehen, verreisen, Veranstaltungen besuchen, all die Dinge, die zumindest vom späten Frühling bis Sommer zugunsten des Gartens nicht so häufig ausgeübt werden können, wie ich würde, wenn ich könnte - sprich: den Garten nicht am Hals hätte ....


Und nun war mir auch wirklich alles egal und ich habe den Strauchschnitt der Forsythien, des Sommerflieders und noch einiger Sträucher einfach auf das Seitenbeet an der Grenze zum Nachbarn ganz wild verteilt. 

Soll es doch aussehen, wie es will!!! 

Hier guckt im Winter eh niemand hin, Besucher sind sogar dankbar, wenn ich sie nicht in unseren dann meist lehmig-patschigen Garten führe und wir selbst huschen oft auch nur mal kurz, um vielleicht ein bißchen Grün für die Suppe zu erhaschen, sofern noch etwas da ist. Da wird weder rechts noch links geguckt ... also können die Asseln und Würmer ihr Werk in aller Seelenruhe den Winter über verrichten. Nur wenn sie faul sind und da im nächsten Jahr kein feiner Humus liegt, geht es ihnen an den Kragen. 

Später, wenn die hohe Weide ihr Laub verliert, wird dies noch zusätzlich unter die Zweige gearbeitet. Prima Mulch *hände-reib* und der Nachbar kriegt auch nichts davon mit. :-) Denn das verhindert schon sein hohes Gehölz am Zaun.


Der weiße  Sommerflieder im beschnittenen Zustand ... die Eberesche ist ziemlich kahl geworden, doch ihre Beeren liegen immer noch überall und täglich breit gestreut auf der Terrasse. Auch diese Tätigkeit scheine ich "dankend" angenommen zu haben. Warum nur sich so überflüssige Arbeit machen, wie tägliches Beeren-Wegfegen? Da tippt sich jemand ohne Garten nur an den Kopf. ;-)



Oder die Zeitgenossen mit geschniegeltem Rasen und 3 Büschen im Garten. ;-) ;-) (O-Ton: Warum macht Ihr Euch denn auch so viel Arbeit!!!) ;-) ;o)

So ein absolut gepflegter Garten hat doch was, dazu ein himmlisch weißes schmiedeeisernes Tor - konnte ich unseren Garten nicht so sparsam bepflanzen? Mit drei, vier Sträuchern und Bäumen und englischem Rasen und sonst nichts?! ;-) 




Und wenn dann der eigene Mann sogar sagt: "Erst erzeugst Du einen Haufen Arbeit und dann beklagst Du Dich" ..... dann bin ich tatsächlich am Überlegen, ob ich den Garten nicht doch abschaffen sollte. ;-)


G A R T E N A R B E I T




Ihr, meine lieben Gärtnerinnen und Gärtner wisst, wie die Geschichte vermutlich ausgeht 

. . . denn ich werde den Garten wohl nicht abschaffen! Im Gegenteil! - Nächstes Jahr wird dann wieder auf Teufel komm raus gegärtnert und neu gepflanzt ... ;-) :-) spätestens bis zum nächsten Herbst dann . . .
Lest mal hier (und DAS war KEIN Scherz!) Denn schon im Waldgarten stand ich vor dieser Frage . . .


Und - seht Ihr einen Sinn in all dieser Arbeit, in Euren Gärten??? 
Gibt Euer Garten Euch das zurück, was Ihr investiert oder habt Ihr nur "drei Mal" im Jahr etwas davon, der Rest ist Arbeit?

Solch bunte Farbtupfer versöhnen mich dann wieder mit all der Mühe .... liebliche kleine Gesichter - scheinbar neue Züchtungen, denn diese Astern sind mir bewußt jedenfalls noch nie ins Auge gefallen.


Die Kleinen tragen denn auch die lapidare Bezeichnung 'Pico Series' (nur ja keine Namen nennen!) und ihre Pflegeanleitung verewige ich gleich  hier, in der Hoffnung, daß sie Süßen dann auch im nächsten Jahr wieder erscheinen ....



Hier ist noch so ein  Kandidat - dieses Mal in Weiß und diese pflanzte ich in den Bereich hinter den Pflaumenbaum zur Straße hin. Überall kleine Farbtupfer, denn so viel wie in manchen Jahren blühte jetzt nicht mehr.


Auch dieses großblumigere Exemplar ist ein Neuerwerb, der heute eingepflanzt wurde - ich bin schon ein bisschen auf dem Weiß-Trip. :-) :-) :-)



Es gäbe noch so viele Bilder, doch für heute soll es mal gut sein. Schließlich muss nicht nur das Knie sondern auch der Nacken geschont werden. ;-) :-)

Ein schönes Wochenende allerseits und viel Spaß - bei der Garten-Arbeit!!!