Montag, 22. Mai 2017

Miss Bateman und die lila Pollen



Elke/Günstig Gärtnern  zeigte unlängt ihre Sandbienen mit den blau bepollten Beinchen durch Blausternchen/Scilla siberica und ich habe heute  Rosa-Lila vorzuweisen. Sieht das nicht ganz wunderbar und so besonders aus! :-) Auf Instagram hatte ich sie bereits gepostet.



Die wunderbare Miss Bateman blüht - und in diesem Jahr überreich und wieder mit wunderschönen großen Blüten. Ich führe dies auch auf meine Düngung zurück, denn das Terrassenbeet ist ziemlich mager, da dachte ich mir, einen Versuch starte ich noch, ansonsten versetze ich diese Clematis an einen anderen Platz.





Glück gehabt! Und vielleicht spielt auch dieses wieder so besondere Wetter in diesem Jahr mit eine Rolle - das bestätigen mir auch andere Gärtner/-innen - einige Pflanzen weisen speziell in diesem Jahr einen viel kräftigeren Wuchs auf, warum soll sich dies nicht auch auf die Blühfreudigkeit auswirken. Schließlich gibt es auch gute Apfeljahre .... gute Schwertlilienjahre ...

Da ich noch kaum Scilla im Garten habe und auch früher nicht hatte, konnte ich dieses Phänomen der blauen Pollen noch nie beobachten. Doch in Braunschweig und auch in Hannover (Linden) kann man es an einigen Orten erleben, wo massenhaft Scilla wachsen. Nur wusste ich es bei Spaziergängen z.B. über alte Friedhöfe auch nicht und habe da nie gezielt auf die Bienen geachtet sondern vielmehr auf die herrliche blaue Pracht.

Und jetzt ist die Blütezeit der Scilla leider wieder vorbei. Man lernt eben jedes Jahr etwas Neues. Selbst als ich Kind war, hatten wir nie Scilla im Garten. Vermutlich waren die Zwiebeln eher kostspielig oder meine Großmutter sah nicht ein, wertvolle Pflanzfläche an nutzlose Blumen zu verschenken, da Gemüse und Obst vorrangig angebaut werden mußten. Blumen bekamen einen Streifen am Wegesrand und da auch nur bestimmte Arten, wie Primeln, Schlüsselblumen ... ein paar Stauden ... das Gängige zu der Zeit hat und nichts Exotisches.



In diesem Bienenforum ist der blaue Pollen auch noch einmal in Großaufnahme zu sehen!

Miss Bateman wächst in eine alte Eberesche hinein. Ich habe sie von beiden Seiten fotografiert. Die Blüte ist reicher auf der vom Haus abgewandten Seite, da es dort sonniger ist.




Und da sind wir dann schon bei den Bienenweidepflanzen und damit bin ich auch gleich bei Elke Schwarzers Buch, das sich nun auch in meinem Besitz befindet.

Hier habe ich es mir am Abend auf meinem Sofa damit gemütlich gemacht. Kann immer nur häppchenweise lesen - man kommt derzeit ja leider zu nix. ;-)



Sigrun/Steiniger Garten wusste, daß ich mich für das Insektenleben im Garten und auch in der Natur interessiere. Doch da ich schon Bücher über Bienen besitze, wollte ich mir dieses Werk - eigentlich - nicht zulegen, auch wenn ich Elke sehr schätze, außerdem hatte ich mir auch ihr erstes Buch "Heimische Pflanzen für den Garten" gekauft!

Aber nun bin ich sehr froh, Elkes Buch in Händen zu halten. Es gefällt mir ausgesprochen gut, und es macht eben doch manchmal Sinn, auf moderne Bücher zurückzugreifen. In den alten Werken ist zwar oft viel wertvolles Wissen, was zum Teil heute sogar verloren gegangen ist bzw. in der Form nicht mehr publiziert wird (wenn ich da nur an mein 'Naturkundliches Wanderbuch' denke ....) doch die neue Aufbereitung an unsere moderne Sprache angepasst, ist dann nochmal eine andere Nummer, auch im Kontext mit unseren heutigen Lebensbedingungen.

Ein sehr schönes Werk, Chaupeu, liebe Elke!  Aber kein Wunder, wenn man vom Fach ist! Über Gärten und Pflanzen könnten wir anderen Gartenblogger mit den doch eher spartanischen Kenntnissen nur recht laienhafte Bücher verfassen und wer will sowas schon kaufen??? Bestenfalls käme ein netter Bildband dabei heraus, das ist aber schon alles und befriedigt den, der sich für Botanik, Flora und Fauna im Detail interessiert, nicht im Geringsten.

Und herzlichen Dank auch noch einmal an Sigrun, die mir unbedingt etwas für mein Pflanzenpaket, das ich ihr vor einiger Zeit schickte, zukommen lassen wollte.

Das ist das Schöne am (Garten-)Bloggen - der eine hat Pflanzen im Übermaß und müßte sie entsorgen, während ein anderer gerade zu wenig hat. Am Ort findet man oft niemand, der die Ableger will und so tauscht man Pflanzen oder andere Dinge heute übers Internet, es macht einfach Spaß!
Gerade bin ich wieder in der Verlegenheit, einiges auf den Kompost zu geben. Einen letzten Versuch starte ich noch wegen des Vinca major und habe gerade Aushänge gedruckt, die ich in Supermärkten u.ä. aushängen werde, solange die Pflanzen noch blühen. Es müßte doch Interessenten dafür geben. Es ist wirklich bedauerlich, wenn ich die gut 1 Quadratmeter dieser Pflanzen einfach dem Müll zuführen müßte. Doch weg müssen sie, weil  ich zu viel von ihnen habe und an der Stelle, wo die überzähligen wachsen, war es keine gute Wahl, sie zu pflanzen.

Im Zeitalter der Stein- bzw. Kiesgärten ein schwieriges Unterfangen - überall sehe ich gähnende Kraterlandschaften - quälende Monotonie aus Rasen und steinerne Einöde ähnlich einer Marslandschaft. Wer fühlt sich in solchen "Gärten" wohl? Für mich sind das eher Grundstücke - wenn ich keine "Arbeit" mit Garten haben will, kaufe ich mir lieber eine Wohnung. Aber jedem das Seine .... schließlich bin ich nicht dafür zuständig, über das Leben Anderer zu richten - dies sind nur meine Gedanken zu dieser modernen Erscheinung, mit der ich mich absolut nicht wohl fühlen würde.