Sonntag, 8. März 2015

Märzenbecher im Harzvorland


auf dem Brocken/Harz, den man von hier aus gut sehen konnte, liegt teilweise noch Schnee

In meinem anderen Blog zeigte ich schon wenige Eindrücke von unserem Märzenbecher-Trip in den Oderwald.
Wie versprochen soll es hier nun einen etwas ausführlicheren Post dazu geben.

Der Oderwald ist sehr langgestreckt und man braucht wohl einige Stunden, wenn man ihn ganz durchwandern wollte .... so viel Zeit hatten wir denn doch nicht, aber gute 3 Stunden waren wir in einem ausgewählten Gebiet marschiert, wobei immer die Foto-Stopps mitgerechnet werden müssen. Doch diese legte ich hauptsächlich anfangs ein, später blieb ich nicht mehr so oft stehen, denn tausendmal Märzenbecher wird dann doch irgendwann langweilig, und mein Mann wollte auch laufen und nicht alle paar Meter stehen bleiben. ;-)
Anhand dieser Beschreibung wußte ich jedoch, wo das Märzenbecher-Vorkommen zu finden ist. Und so fuhren wir Richtung Werlaburgdorf.

Wir fuhren durch viele nette Ortschaften - nicht überall konnten wir Halt machen - doch so manches Ziel für künftige Ausflüge wurde anvisiert.



Auf abwechslungsreichen Landstraßen ging es immer dem Harz entgegen .... der kaum zu verfehlen ist, wenn man den Brocken stets im Blickfeld hat.





Und nun hatten wir unser Ziel fast schon erreicht ...




Tafeln wie diese wiesen uns immer wieder den Weg . . .
Auch trafen wir immer wieder auf andere Wanderer . . . manch nettes Gespräch ergab sich.





Himmlische Cirrostratus (Feder- oder Schleierwolken sagt der Volksmund) empfingen uns beim Oderwald inmitten von blauestem Himmelsblau. (Über Cirren berichtete ich verschiedentlich.
Cirrus ist eine Eiswolke in großer Höhe. Manchmal entstehen sie auch aus den Kondensstreifen der Flugzeuge.)


Die Weite der Landschaft mit den sanft geschwungenen Hügeln wirkte geradezu energetisierend. Gleich mehrere Hochsitze waren hier in freier Flur aufgestellt. Bis zum Waldrand war es vom Parkplatz aus dann noch ein gutes Stück weit zu laufen.


Irgendwer hatte den folgenden Zusatz auf das Schild gekritzelt, das da inmitten eines unwegsamen Geländes stand, an dessen Ende sich ein Hochsitz befand.


Es reizte mich auch, hier ein Panorama aufzunehmen, wenngleich mir auch völlig klar ist, wie schwierig es ist, mit bildtechnischen Mitteln die wahre Weite der Landschaft wiederzugeben.


Doch kaum betraten wir den Oderwald, sahen wir sie auch schon ..... Märzenbecher in Hülle und Fülle!!! Was für ein himmlischer Anblick! :-)


Im weiteren Umkreis sind die nächsten nennensweten Bestände am Schweineberg bei Hameln (siehe Karte!) zu finden, aber auch im Bockmerholz bei Hannover wachsen sie.


Der Märzenbecher (auch Frühlings-Knotenblume genannt) aus der Familie der Narzissengewächse/Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae),
in der Ordnung der Lilienartigen aus der Klasse der Einkeimblättrigen, Unterabteilung Bedecktsamer, Abteilung Samenpflanzen. 
Hier noch eine schöne Seite zum Märzenbecher mit Pflanzensteckbrief!


So schnell kam ich gar nicht mehr fort von den schönen weiß-grünen Glöckchen, mein Blick war geradezu gefesselt ob all dieser weißen Herrlichkeit um mich herum.





Märzenbecher - wohin das Auge auch schaut . . . 


So wunderschön und den Schneeglöckchen-Knospen ähnlich ...




Ab und an machten wir auch Schneeglöckchen-Flächen aus. Dennoch dominierte eindeutig der Märzenbecher in diesem Waldstück.


Man sollte hier gut zu Fuß und atemtechnisch gut drauf sein, denn teilweise geht es doch gut steil voran.




Der Bärlauch guckte auch schon ein paar Zentimeter aus dem Boden - demnächst werden wir also in den Bärlauch fahren ...



Sogar den sich sonnenden Zitronenfalter habe ich geschafft abzulichten, was sich als sehr schwierig erwies, denn um diese frühe Zeit des Jahres sind die Falter überaus flink und flattern fast ständig hin und her. Erst später im Sommer werden sie träge und sind sehr leicht "einzufangen".



An manchen Stellen lagen Langhölzer und fein säuberlich aufgeschichtete Holzstapel und Holzfäller waren auch am Werk.



Interessant fand ich dieses Moos, das sich oberflächlich wie Samt anfühlte. Von der Konsistenz her war es eher wie ein Marshmallow. Von der Farbe ähnelte es dem Isländischen Moos. Leider kenne ich seinen Namen nicht. So denn zufällig ein Bryologe hier vorbeischauen sollte, wäre es nett, mich über diese Moos-Art aufzuklären. Herzlichen Dank schon im Voraus!


Hier - am lichten Wegesrand - lachten mir auch die ersten Huflattichblüten dieses Jahres entgegen.




Begeistert war ich von den Fossilien, die wir an einer Bruchsteinwand fanden. Ich habe sie hier im Bild einmal festgehalten. Am eindrucksvollsten war für mich der "Vogel" aus Stein mit dem Muschelauge .... ein interessantes Werk der Natur ... auch die "Schwingen" - ein Abdruck auf Stein, der an Vogelschwingen oder -Federn erinnert - lieben Gruß an Méa :-)

Fonts Hombre + HammerKeys + Just Realize Font


Auf dem Rückweg schaute der Himmel schon anders aus, aus den Cirren waren große Schäfchen geworden - faszinierend, wie die Wetter-/Wolkenlage sich innerhalb kurzer Zeit verändern kann.


Ein einsamer Baum auf weiter Flur - das ist der Stoff, der Dichter inspirierte ...




Botanische Ausflugsziele + Reiseziele f. Pflanzen-Freunde rund ums Jahr
Empfehlenswert ist auch dieses Buch, das sich in meinem Besitz befindet!

Zuhause angekommen, dauerte es nicht mehr allzu lange bis  der Himmel sich zum Sonnenuntergang färbte. Ein besonders schönes Schauspiel in den prächtigsten Farben.





Passend dazu meine farblich (bildbearbeitungstechnisch mit PicMonkey) veränderten Schmetterlingsgläschen, die ich am Abend noch anzündete, um einen gelungenen Tag ausklingen zu lassen. Die Farben des Sonnenunterganges dagegen sind originale Farben!!!



Und denkt bitte an meine Verlosung - wer möchte, kann noch bis zum 10.3. teilnehmen!!!
Es lohnt sich wirklich, denn die 100 Euro könnt Ihr für ein Erlebnis Eurer Wahl einsetzen - schon mit weniger als 100 Euro seid Ihr mit dabei!