Samstag, 11. Juni 2016

So filigran . . .


. . . leuchtete mir vor ein paar Tagen (am 11.6. gegen 21 h) der doldige Blütenstand des Giersch entgegen, zart wie feine Spitze ... und fast war ich geneigt, ihn dort stehen zu lassen, doch dann siegte die Vernunft, denn NOCH mehr Giersch muß ich nicht haben!

Der Giersch stammt aus der Gattung Aegopodium, sein wissenschaftlicher Name setzt sich aus zwei griechischen Begriffen zusammen Aigos für Ziege und podion für Füßchen, da einige Fiederblätter miteinander verwachswen sind. Mit diesem Erscheinungsbild erinnern sie an einen Ziegen- oder Geißfuß, wie in Kräuterführungen gern erklärt wird, um sich auf einfache Weise den Giersch zu merken.

Es gibt übrigens auch buntlaubigen Giersch Aegopodium podagraria 'Variegata', der sehr hübsch aussehen kann und sich auch nicht so stark ausbreiten soll wie der gewöhnliche Giersch.
Giersch bekommt man - entgegen anders lautenden Behauptungen kaum los! Es sei denn, man würde halbmetertief seinen gesamten Garten umgraben und sämtliche Pflanzen und Wurzeln herausholen, das weiß auch der Chefgärtner unseres Botanischen Gartens - in diesem Video, das ich in diesem Post bereits verlinkte - geht es um sehr viel mehr als nur Giersch . . . 
Man kann ihn nur immer wieder, so gut es geht, ausreißen, sofern er als störend empfunden wird und ansonsten die jungen Blättchen einfach aufessen. :-) Wir verwenden ihn jedenfalls häufiger, ob in Suppen (in die bekannte Neunkräuter-Suppe gehört er unbedingt!), Salate oder im Omelette, da gibt es viele Möglichkeiten . . . 

Es ist oft vom Giersch als großen Verdränger die Rede, doch in meinen Gärtenr hat er noch nie wirklich andere Pflanzen in dieser Weise verdrängen können. Z.B. überwuchert er wohl den Waldmeister bzw. wuchert mitten darin. Doch das oberflächliche Ausreißen der Gierschblätter hat bisher immer ausgereicht - der Waldmeister verbreitet sich zum Glück trotz des Giersch tüchtig weiter. Auch im Wald habe ich schon die interessantesten Beobachtungen gemacht, so wucherte der Giersch auf der einen Seite des Weges sehr stark in die anderen Gewächse hinein, auf der anderen Seite des selben Weges jedoch war kaum Giersch zu finden. 
Sind evt. unterschiedliche Bodenverhältnisse der Grund oder spielen hier Lichtverhältnisse die Rolle? Die Pflanzengesellschaften waren sonst ähnliche . . . das herauszufinden wäre sicherlich hochinteressant. Denn so ein Waldweg ist ja nicht so sehr breit - was also ist der Grund, wenn eine Seite in Teilen so ganz anderes Wuchsbild zeigt als die andere Seite des Weges?




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Kommentare:

  1. Guten Morgen Sara,
    Giersch habe ich nicht in meinem Garten. Ich kenne ihn nur von anderen Gärten und von den Waldrändern her. Wie ich hörte, soll er auch gut in Wildkräuter-Salaten schmecken.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  2. In meinem Garten gibt's auch Bereiche, in denen es keinen Giersch gibt. Und ich finde auch keine Erklärung dafür. Ansonsten mache ich es wie du und esse ihn auf. Ein Gierschfeld unter Bäumen mähe ich gelegentlich mit der Sense und lasse die Reste liegen. Ich verwende nur die frischen Gierschblätter, die noch glänzen und streue sie verschwenderisch in alles, wo andere Leute Petersilie nehmen. So habe ich meinen Frieden mit dem Giersch machen können.
    Im Frühjahr habe ich ein etwa 8 qm großes Beet neu angelegt und tatsächlich alle Gierschstrippen bis ca. 30 cm Tiefe entfernt. Nur ganz selten kommt ein Minigiersch durch den Mulch. Vielleicht kann man ihn so ja doch eindämmen? Denn empfindliche Stauden macht er bei mir schon kaputt (zarte Heuchera und dergleichen).
    Na dann weiter guten Appetit!

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  3. In meinem Garten gibt's auch Bereiche, in denen es keinen Giersch gibt. Und ich finde auch keine Erklärung dafür. Ansonsten mache ich es wie du und esse ihn auf. Ein Gierschfeld unter Bäumen mähe ich gelegentlich mit der Sense und lasse die Reste liegen. Ich verwende nur die frischen Gierschblätter, die noch glänzen und streue sie verschwenderisch in alles, wo andere Leute Petersilie nehmen. So habe ich meinen Frieden mit dem Giersch machen können.
    Im Frühjahr habe ich ein etwa 8 qm großes Beet neu angelegt und tatsächlich alle Gierschstrippen bis ca. 30 cm Tiefe entfernt. Nur ganz selten kommt ein Minigiersch durch den Mulch. Vielleicht kann man ihn so ja doch eindämmen? Denn empfindliche Stauden macht er bei mir schon kaputt (zarte Heuchera und dergleichen).
    Na dann weiter guten Appetit!

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  4. Hallo liebe Sara, das ist einerseits spannend interessant zu lesen für mich, da die meisten den Giersch im eigenen Garten fürchten aus bekannten Gründen, und ich von einer buntlaubigen Variante noch nicht gehört, gelesen, geschweige denn gesehen habe. Dann gibt es einen weiteren Begeisterungsgrund persönlicher Natur! Familiärer Namensrückblick: Meine Großeltern hießen nämlich Giersch, meine Mutter ist demnach eine geborene Giersch.

    Und von der berühmten Grünen Suppe konnte ich früher bei der Oma nie genug bekommen, das war köstlich.

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun 🌞

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  5. Liebe Sara,
    Giersch blüht wirklich wunderschön!
    Ich wünsche Dir einen guten und fröhlichen Wochenstart!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  6. Liebe Sara !
    Vielen Dank für den interessanten Post. Ich habe keinen Giersch im Garten, obwohl ich gar nichts dagegen hätte.
    Alles Liebe
    Karen

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  7. Ja, da hast du uns dem Feind mal genauer ins Auge blicken lassen ;-)). Wenn er nicht so lästig wäre, fände ich ihn sogar schön - wie so viele Doldenblütler. Aber momentan, bei dem vielen Regen, bekommt man ihn sogar mit Wurzel und Rhizom herausgezogen ... das tut gut bis in die Seele. Ich habe seinetwegen schon im Rasen Blumenbeete angelegt und im Blumenbeet Rasen ausgesät - so hatte ich ihn dann eine Weile im Griff ... ist aber schon lange her! Vielen Dank für den tollen informativen Text LG Marion

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