Samstag, 8. Oktober 2016

Mulchen - Gärtnern ohne Arbeit?



Im September entwickelte sich in den Kommentaren eine Diskussion über das Mulchen. Und genau diese Gedanken schwirrten mir schon seit einer ganzen Weile durch den Kopf, vor allem, wie ich an biologisch einwandfreies Mulchmaterial komme, das zudem die Optik der Beete nicht allzu sehr stört.

Den heutigen Titel habe ich nach einem alten gleichnamigen Buch gewählt. Aus langjähriger Gartenerfahrung kann ich sagen, daß es nicht ganz so ist, wie es der Titel verspricht. Es ist im Garten wie im sonstigen Leben auch:

Ohne Fleiß kein Preis!

Auch wenn das Wort Fleiß heute kaum noch jemand gerne hört, besonders dann, wenn es mit Anstrengung verbunden ist. Party ist ein da ein weitaus beliebter Begriff. - Allerdings erleichtert Mulchen so Einiges und trägt vor allem zur Bodenverbesserung bei.

Nachdem ich den Holunder an der Terrasse vor einer Weile kürzte (denn er war sehr hoch in die Tanne hineingewachsen) und auch noch einige Weidenzweige abschnitt, häckselte mein Mann diese.
Hierfür baut er sich jedes Mal eine kleine Vorrichtung, denn sonst würde das Shredder-Material auf die Erde fallen, unser Häcksler hat leider keine Auffangvorrichtung. So aber gelangt es unmittelbar in die Gartentasche und diese kann dann bequem zu ihrem Bestimmungsort transportiert werden. Auf diese Weise erhielt ich  ein wenig garten-eigenes Mulchmaterial und brachte es  an zwei Stellen im Garten aus. Zum Mulchen bevorzuge ich etwas schwereres Material, denn reines Laub fliegt in unserem noch nicht sehr befestigten Garten schnell durch die Gegend und damit auch auf die Straße.

Doch bald wird das Laub der hohen Korkenzieherweide wieder zur Verfügung stehen - es löst sich bis in den Dezember hinein vom Baum, so daß wir immer einmal wieder den Laubbesen schwingen dürfen. Das Laub wird dann gleich auf die Beete und unter den Sträuchern verteilt. Zur Beschwerung - damit es nicht sofort vom Wind wieder auf die Straße geweht wird, lege ich kleine Weidenzweige obenauf. So hat es im letzten Jahr auch gut funktioniert.





Hier mal ein kleines Demo-Video .... irgendwie lustig, wie der ca. 3 Meter lange Holunderzweig nach und nach verschlungen wird. ;-) Leider fasst unser Häcksler die Blätter nicht gut, sie blieben teilweise stecken, so daß mein Mann sie zum Teil vorher entfernte. Vielleicht sind sie noch zu frisch? Unser Shredder ist zwar schön leise, doch das Häckselgut ist ziemlich grob und die Einfüllöffnung auch ziemlich klein. Doch jetzt extra noch einmal ein anderes Gerät anschaffen, welches das Häckselgut feiner zerkleinert, wollen wir auch nicht. Was sich nicht shreddern läßt, landet dann eben in der Grünen Tonne.





video


Die Ausbeute war zwar nicht sehr groß, aber nun konnte ich rings um den Apfelbaum "Rinden"mulch aufbringen und auch noch auf einem Teil des Seitenstreifens, der an den Nachbargarten grenzt. Denn von dort wächst immer Giersch herüber.

Bald, wenn das Laub von der Weide fällt, werde ich es unter dieses hausgemachte Rindenmulch bringen, dann verweht es der Wind auch nicht so leicht und das Gesamtbild sieht dann auch wieder gefälliger aus.


Zur Zeit ist hier unter den Gehölzen im Seitenstreifen  zur Nachbargrenze nicht mehr viel Giersch zu sehen, denn der Garten litt ja sehr lange unter der starken Trockenheit. Seit dem letzten  Jäten war daher nicht mehr viel nachgewachsen. Auch der lästige Horn-Sauerklee kommt an solchen Stellen immer wieder zum Vorschein




Humus ist das, woran es in bestimmten Bereichen diesem Gartens mangelt. Kein Wunder - bestand der "Garten" vor unserer Inbesitznahme doch großteils aus Rasen, allerdings mit hohem Wildkraut-Anteil wie vor allem Schafgarbe und Löwenzahn, aber auch Gänseblümchen. Der Boden als solcher ist sehr schwer, tonig-lehmig und verdichtet bei entsprechenden Verhältnissen sehr schnell, bei längerer Trockenheit wird er steinhart und rissig, wodurch die Pflanzen Mühe haben, das Gießwasser aufzunehmen.
Das Mulchen wird für günstigere Bodenverhältnisse sorgen. Wir brauchen nur mehr davon. Mit den Jahren, wenn die Gehölze größer werden, erledigt sich dieses "Problem" dann von allein mit dem dann erhöhten Anfall von Strauchschnitt.

Auch  von der hohen Weide wurde inzwischen ein mehr als armdicker Ast, der weit in die dunkel blühende Magnolie hineinragte, entfernt. Doch leider war der Ast zum Shreddern schon zu dick, während das Gerät mit den dünneren Zweigerln allein nichts anfangen kann. Einiges wurde dann per Hand mit der Schere zerschnitten und auf die Beete gestreut. Das Holz wird jedoch später im Garten dekorativ aufgeschichtet. Leider haben wir aber keinen Kamin.

Jetzt sieht es an dieser Stelle des Seitenbeetes  zum Nachbargarten so aus - es ist nicht allzuviel Mulchmaterial, vielleicht ein Meter im Quadrat, doch besser als nichts. Und auch hier wird später noch Weidenlaub eingearbeitet.

Nicht sehr hübsch, aber der Mulch erfüllt sicherlich seinen Zweck. Im Winter schauen wir eh kaum in den Garten.



Der Holunder ist jetzt zwar nicht mehr so dekorativ, doch ich trage mich schon länger mit dem Gedanken, ihn dort ganz wegzunehmen. Bisher bildete er im Sommer aber immer noch einen sehr schönen Sicht- und Hitzeschutz. Wir konnten es dadurch an der Terrasse sogar ganz ohne Sonnenschirm aushalten! An seiner Stelle würde mir ein niedrigeres dekoratives Gehölz, am besten immergrün, eher zusagen, zumal ganz hinten im Garten ja schon ein sehr großer Holunder steht. Zwei sind für unseren Garten doch Einer zu viel!



Im Schweizer Garten ist das Mulchen schon idealer gelöst. Dort verdecken niedrige Buchshecken die gemulchten Beete und die Rasenmahd liefert wohl auch noch so einiges Material, was bei unserem Rasen (eher einer sehr fetten, kurzgehaltenen Wiese) leider nicht der Fall ist. In diesem trockenen Sommer hatten wir immer nur eine "Handvoll" Rasenschnitt, der einfach auf dem Wiesen-Rasen liegen blieb bzw. ohnehin gleich in den Rand der Beete gerecht wurde. Nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein ...

Da Stauden oder niedrige Hecken bei uns die Beete noch nicht vom Rand her verdecken (der von mir selbst herangezogene Buchs ist erst wenige Zentimeter "hoch" und auch bisher viel zu wenige Jungpflanzen, um Hecken zu bilden), möchte ich zum Mulchen nicht alle möglichen Gartenabfälle verwenden, da diese Abfälle jeder von außen sehen kann und die Beete dadurch leicht unordentlich wirken.

Zum Schluss schnitt ich mir noch aus fingerdicken Weidenzweigen kleine Holzstückchen zur Deko (siehe Bild oben). Da weiß ich, was ich habe, denn diese Aststückchen sind garantiert chemiefrei! Anders als manche käufliche Deko.