Samstag, 13. August 2016

Fugenbewohner


so nenne ich sie jetzt und so werden sie auch anderenorts benannt, wie hier (die Fugenbewohner künstlicher Natursteinpflaster oder Steinschüttungen der Rheinuferbefestigung) und hier (Mauerritzen und Pflasterfugen als Lebensraum - Stadtökologischer Lehrpfad der Stadt Weiden in der Oberpfalz), auch beim Bund Deutscher Staudengärtner ... wo es um all diese Fugen- und Pflasterbewohner und  horizontale Begrünung auf engstem Raum geht (z.B. ab S. 116), denn das sind spannende Überlegungen!
Solche Fugenbewohner des Öffentlichen Raumes müssen trittfest sein, große Hitze und Trockenheit ertragen, hübsch aussehen und möglichst auch kein "Unkraut" aufkommen lassen. Zudem müssen sie wurzelbescheiden sein.

Im letzten verlinkten Dokument sind praktisch alle nennenswerten Fugenbewohner bereits aufgeführt und auch einige schöne Abbildungen zu finden.

Ganz besonders der flächige Fugenbesiedler auf dem Bild von S.117 hat es mir angetan - ein wunderhübsches Bild! So etwas sollte in unserem Städten viel mehr zu sehen sein! Kann allerdings auch zu einer Stolperfalle werden und ist daher nicht überall angebracht!

Auf diese Überlegungen komme ich immer wieder, wenn es um unsere eigene Terrasse geht. Denn da sprießt es alljährlich, wie die meisten von uns das wohl kennen. Zwar bin ich nicht so pingelig und bringe mich mit dem Fugenauskratzen an nur einem Tag halb um .... sondern zupfe (und kratze) mal hier und mal da, wo es arg stört. Aber meist sind es auch wirklich unerwünschte Bewohner, die ich in den Steinritzen nicht gern sehen mag. Doch was, wenn sich da Thymian oder Glockenblumen ansiedeln?
Um ehrlich  zu sein, direkt am Haus habe ich diese Bewohner dennoch nicht sehr gern und zwar aus rein praktischen Gründen:


  1. Insekten/Spinnen krabbeln hinein und von da aus schneller und vermehrt ins Haus
  2. Pflanzen in den Fugen werden leicht zu Stolperfallen
  3. Bei Regenwetter rutscht man auf den Polstern leicht aus!


Das sind die 3 Hauptgründe, warum ich am Haus, an der Terrasse lieber "freie" Fugen habe. Freilich spritzt dann die Erde aus den Fugen bei Regenwetter leicht an die großen Fensterfronten und Fensterbleche, was immer sehr unschön aussieht. Aber man kann nicht alles haben .... Eine Lösung ist b.a.w. nicht in Sicht . . .

Mit diesem bißchen Moos und Gras in den Fugen kann ich aber gut leben .... die Pflanzen in den Töpfen sind für eine liebe Freundin und ehemalige Nachbarin. Es kommen noch einige hinzu, die ich ihr demnächst überreichen werde.


Die Steinfugen der Terrassenbegrenzung wurden auch wieder vom Wildwuchs befreit - nun schaut es auch hier wieder manierlich aus. Ich hoffe, daß die Vinca minor sich in diesem Bereich noch verbreiten werden. Leider ist es hier immer ziemlich trocken  und phasenweise schaffe ich es einfach nicht, dieses Beet, in dem vorn der weiße Sommerflieder steht, ausreichend zu bewässern.


Diese schöne sukkulente Pflanze, deren Namen mir eben nicht einfällt, hat sich auch schon gut vermehrt - ihr scheint die Trockenheit nicht so sehr viel auszumachen. Sie soll einmal den gesamten steinernen Abschluß zieren.

Dank Ursulas Post weiß ich jetzt  wieder, dass das ein Porzellanblümchen ( Steinbrech) Saxifraga ×urbium ist.



Und diesen Ritzenbewohner fotografierte ich 2014 in der Innenstadt - er ist wohl eher unerwünscht, läßt sich aber nicht vermeiden. Löwenzahn beißt sich noch überall durch. ;-)




Spannend finde ich auch den sukkulenten Venusnabel  (Umbilicus rupestris)  , der in Westeropa häufig auf Küstenfelsen und küstennahen Mauern über der Gezeitenlinie zu finden ist. In unseren Breiten soll er noch nicht ausreichend winterhart sein, was sich jedoch durch den Klimawandel ja noch ändern kann.

Wenn Ihr mich sucht, ich bin im Garten - es gibt noch eine Menge zu tun und demnächst werde ich dann wieder berichten . . .