Montag, 19. März 2012

Loblied auf den Beinwell

ein Klick auf das Bild läßt es ganz groß erscheinen!

Comfrey (Symphytum officinale oder Beinwell - und ein anderer Name ist auch "Gemeine Wallwurz"), so las ich in irgendeiner klugen Schrift, ist eine wahre Gottesgabe, die Königin der Heilpflanzen. So vielseitig wie der Beinwell sind nur wenige Pflanzen!

Wunderbarer Beinwell
Beinwell oder Comfrey 
("kraut & rüben")

Eine Pflanze, die wenig Arbeit macht, außer dem Jäten zu Beginn ihres Wachstums und während des Erntens. Freilich braucht solch eine stattliche Pflanze ca. 50 cm Platz um sich herum, was ein Meter Abstand von Pflanze zu Pflanze bedeutet.

Nicht nur als Heilpflanze findet Beinwell/Comfrey Verwendung, er ist auch gut im Garten zum Mulchen zu gebrauchen. Tomaten und Kartoffeln haben diesen Mulch besonders gern. Und im Kompost macht er sich gut. Er ist überdies eine bekannte und beliebte Futterpflanze mit hohem Eiweißgehalt. In England, so las ich, nähre man vor allem die Rennpferde mit Comfrey. Doch selbst Ferkel, Enten, Gänse Hühner, Puten bekommen ihn kleingeschnitten ins Futter. Ja, das Wild soll ihn junger Baumrinde dem Vorzug geben.

Comfrey gehört, wie bspw. Gurkenkraut/Borretsch zu den Raublattgewächsen!

Aber seine erste und beste Eigenschaft ist die heilsame Kraft bei Bein- und sonstigen Knochenbrüchen, Verstauchungen, Verwundungen, Ekzemen, bei Tier wie auch beim Menschen!
Und auch der Mensch kann ihn Als Gemüse, z.B. mit Spinat gemischt oder auch für sich allein geniessen. Ob gekocht oder roh (die jungen Blätter)
In jüngerer Zeit wird vor seinem Genuß gewarnt. Das Kraut der Pflanze enthält auch giftige, das Zentralnervensystem lähmende Alkaloide, die außerdem als leberschädigend gelten. Zitat aus Wikipedia:
Beinwell enthält wechselnde Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden, die (in hoher Dosierung und als Einzelsubstanz) leberschädigend und krebsauslösend wirken. Die Kommission E hat daher für Deutschland den Gebrauch als Heilpflanze nur unter Einschränkungen zugelassen [2]. In Kanada und einigen Staaten der USA dürfen Beinwellprodukte zur inneren Anwendung nicht mehr vermarktet werden[5].
Meine persönliche Ansicht habe ich hier sicherlich schon öfter zum Ausdruck gebracht, z.B. in meinem Huflattich-Post! Und die läuft der evidenzbasierten Medizin in diesem Falle deutlich entgegen!

Schon der gute alte Arzt und Alchemist Paracelsus sagte, die Menge macht das Gift und nichts anderes besagt auch das obige Zitat aus Wikipedia, daß Beinwell lediglich in HOHER Dosierung und über einen längeren Zeitraum der Einnahme diese negativen Eigenschaften zeigt.

Nun wird wohl kaum jemand so leichtfertig sein, unangemessene Dosen von Heilpflanzen einzunehmen,
besonders dann, wenn er nicht über das entsprechende Hintergrundwissen verfügt!

Akute Lebervergiftungen 
durch Pflanzen und Naturstoffe

Ich lasse mir den Beinwell-Genuß indes nicht verderben, in Maßen allerdings und nur dann, wenn dies notwendig ist! Beinwell verwende ich vor allem als Heilpflanze!#


Kaninchen-Futter - auch für Menschen ungiftig!
Kaninchen würden Wiese kaufen 

All diese wunderbaren Heilpflanzen kannte man schon seit der Antike (Beinwell wurde in der Materia Medica des Pedamos Dioscurides bereits erwähnt). Und bei korrekter Anwendung haben sie noch niemandem geschadet!

Eine bekannte Heilsalbe aus der heutigen Zeit ("Ein Indianer kennt keinen Schmerz") beinhaltet den Wirkstoff des Beinwells.

Inzwischen gibt es unterschiedliche Beinwellarten, z.B. Symphytum peregrinum, das aus einer Kreuzung mit Symphytum asperrimum entstand.
Comfrey was ist das?
Buch aus der Abtei Fulda von 1972
befindet sich in meinem Besitz


Meine zwei Beinwellstauden werde ich leider nicht mitnehmen können, und die Nachfolger werden "hocherfreut" über diese Pflanzen sein, wahrscheinlich leben die stattlichen Pflanzen nach unserem Auszug nicht mehr lange. ;-) Das soll mich nicht hindern, in unserem nächsten Garten erneut welche anzupflanzen!

Den augenblicklichen Entwicklungsstand des Beinwells kann man auf dem Bild ganz oben links in der Collage erkennen.


die typische Blütenform in beblätterten reichblütigen Doppelwickeln

Kommentare:

  1. Intressanter Beitrag für diese Heilpflanze, was alles gibt!
    Ich wundere mich immer!
    Toll..

    Lieben Frühlingsgruss Elke

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  2. Der Beinwell ist wirklich eine tolle Heilpflanze und war für mich auch ein Grund, schon mal über ihn zu berichten. Ich finde er ist ein MUSS in jedem Garten.
    Zur Aktivierung des Kompost und zur Bodenverbesserung
    setze ich Beinwelljauche an. Das Rezept findest Du hier http://joonasaugenblicke.blogspot.de/search/label/Beinwell
    Liebe Grüße und einen schönen Frühlingsanfang wünscht Dir
    Joona

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    1. Liebe Joona,
      da schaue ich demnächst mal. Solche Pflanzenjauche habe ich noch nie gemacht, einfach weil mir die Zeit dafür fehlt. Ich finde es aber eine gute Sache, wer das ermöglichen kann!

      Liebe Grüße
      Sara

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  3. Eine tolle Würdigung dieser wichtigen und auch schönen Pflanze! Ich habe im Garten auch Beinwell angepflanzt und verwende ihn sowohl zur Herstellung der Beinwellsalbe, die uns schon bei vielen Wehwehchen geholfen hat, als auch als Mulch und ab und zu kommen in paar Blättchen in einen Mischspinat. Den Beinwell kenne ich schon seit meiner frühen Kindheit als essbare Wilfpflanze und ich bin genau wie du der Meinung, dass die Dosis das Gift macht. Ich lasse mir den Beinwell sicher nicht verleiden!
    Liebe Grüße
    Margit

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  4. Hallo Sara, ein wirklich sehr informativer Beitrag über den Beinwell. Bisher kannte ich diesen nur wild aus dem Wald, zu Hause angebaut habe ich ihn noch nicht.
    Sag mal, wirst Du auch umziehen? Das ist schon der zweite Post von Dir, welcher darauf anspielt, dass Du Deinen Waldgarten in näherer Zukunft verlassen wirst.

    lg kathrin

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    1. Genauso ist es, liebe Kathrin.

      Liebe Grüße
      Sara

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  5. Meinen Beinwell habe ich im Herbst geteilt und zwei draus gemacht, die Spitzen gucken schon. Eine tole Pflanze und wenn sie blüht voll mit Hummeln.
    Mein Beinwell blüht blau. Deiner rosa, kannst Du mir da nicht etwas abstechen und senden??
    Wäre toll.

    LG
    Brigitte

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    1. Liebe Brigitte,
      an sich hat mein Beinwell teilweise auch bläuliche Blüten, je nach Stadium der Blüte. Aber gern werde ich zu einem späteren Zeitpunkt an Dich denken. Im Augenblick schaut noch kaum etwas aus der Erde. Ich hoffe, daß ich im Umzugsgetümmel dann dazu kommen werde.

      Liebe Grüße
      Sara

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  6. Beinwell ist eine meiner Lieblingspflanzen. Jedes Jahr im Herbst ernte ich die Wurzeln, mache ein Mazerat draus und dann die Salbe.
    Deine Blüten sehen eher rosa aus. Meine Pflanzen sind eher violett-bläulich.
    Sind schon stattliche Gesellen!
    LG Heidi

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    1. Das wollte ich auch machen, liebe Heidi. Im letzten Jahr habe ich den Beinwell allerdings erst in meinen Garten geholt. Da wir jedoch den Garten verlassen, werde ich im nächsten Garten neue Pflanzen setzen müssen. In der freien Natur findet man ihn ja kaum noch und wenn, kann man nicht überall ungehindert davon ernten.
      Also die Blüten meiner Pflanzen tendieren zum Teil auch zu bläulich. Ich beobachte die Farbveränderung je nach Blühstadium.

      Liebe Grüße
      Sara

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  7. Ich kann nur zustimmen - Beinwell ist eine Wunderpflanze. Ich gebe sie meinen Schweinen als Futter aber auch bei Problemen mit den Läufen. Außerdem gebe ich sie momentan einer Enten mit einem Knochenbruch und den Kaninchen, wenn sie - vor allem im Frühjahr - Probleme mit den Hinterläufen haben. Außerdem reibe ich meine Füße regelmäßig mit Beinwell-Salbe ein - gegen Schrunden.

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    1. Sehr interessant zu hören, liebe/r Unbekannt! Leider habe ich gar keinen Hinweis, um Sie in irgendeiner Form anzusprechen. Schade! Selbst bei einem Phantasienamen ist die Kommunikation netter.
      Daß Beinwell auch gegen Schrunden hilft, wußte ich noch nicht. Vielen herzlichen Dank!

      Viele Grüße
      Sara

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