Montag, 21. November 2011

Mistelsamen gefunden und Vogel gespielt . . .


Nun habe ich es endlich gewagt, nachdem hier in der letzten Zeit öfter die Rede davon war. Zum Glück fand ich vor kurzem eine Menge Mistelbeeren, so daß ich jetzt einmal Vogel gespielt habe und einige der Samen an alle möglichen Bäume in unserem Garten geklebt habe.

Sehen sie nicht herrlich aus, diese mistelbewachsenen Bäume, an denen mein Weg mich zufällig vor kurzem vorbeiführte? Und gleich so viele auf einmal! Jetzt ist gerade die richtige Zeit, denn die Misteln tragen zur Zeit ihre Beeren.





Übrigens - war irgend jemand bekannt, daß die Mistel aus der Familie der Sandelholzgewächse  (Santalaceae). stammt???

Ich hätte sie eher der Familie der Viscaceae (Mistelgewächse) zugeordnet.

Die Mistel (Viscum album) ist eine Heilpflanze, und ich wünsche mir schon sehr lange eine solche in meinem Garten.

Ihre Blütezeit ist ab Februar bis Mai.
Offenbar hat die Mistel ihre Lieblingsgegenden, denn sie soll vor allem im südlichen Münsterland, Weserbergland, in der Kölner Bucht und am Niederrhein wachsen.
Nach Amerika kam die Mistel erst um 1900, sie wurde möglicherweise dort sogar zu kommerziellen Zwecken bewußt eingeführt.
Seit den 60er Jahren soll die Mistel hier erst ins allgemeine Bewußtsein gedrungen sein. Obwohl Misteln schon in der Antike bekannt waren.
Auf dieser Wandkarte von Freiherr Carl von Tubeuf kann man die Mistel-Details besonders schön erkennen. 

Was mir bis heute noch nicht so ganz klar war - ob die Mistel erst dadurch, daß sie bspw. auf einem Apfelbaum schmarotzt, erst dadurch zu einer Apfelbaum-Mistel wird?

Doch wie es auf dieser Seite der Universität Wien beschrieben wird, ist es ganz eindeutig so, daß die Misteln spezialisiert sind.

Von der Riemenmistel wird es dort beschrieben, die ausschließlich auf Eichen schmarotzt.

Unter den überreich mit Misteln bewachsenen Bäumen, an die man auch ganz gut heranreichte (zumindest, was die unteren Exemplare betrifft), lagen auch am Boden zahlreiche abgeworfene oder von Vögeln abgezwackte? Mistelbeeren und -zweiglein. Man brauchte sie nur einzusammeln.



Klebrig sind die Beeren ja an sich schon. Die zähen Fäden fühlen sich fast wie "Uhu" in der Hand an. ;-)



Auch bin ich überzeugt, daß es auf bestimmte Stellen eines Baumes ankommt. Also nicht irgendwo die Samen ankleben, sondern die "richtige" Stelle finden und auswählen. Dazu gehört viel Intuition, sicher auch Erfahrung . . . auf keinen Fall jedoch klebt man die Samen an totes, abgestorbenes Holz!


Das nächste Bild zeigt ein kleines Astloch in einem Baumstamm. Dorthinein gab ich auch einen Mistelsamen, den ich, nachdem ich die Beere zerdrückte, gut mit einem Messerrücken in der kleinen Höhlung befestigte.


Dieser Samen wurde in eine Gabelung gedrückt.


Dennoch hängt der Erfolg von vielen weiteren Faktoren ab. Die Erfolgsquote soll jedenfalls überaus gering sein, auf diese Weise Misteln im eigenen Garten anzusiedeln.

In dem Buch "Pflanzenvermehrung"von Alan Toogood (Dorling Kindersley) soll ein Verfahren beschrieben worden sein, demzufolge man die Rinde über Kreuz einritzt, diese anhebt und den Samen darunter schiebt. Sogar ein Stück Sackleinen solle man noch auflegen und alles mit einem Band umwickeln, fand ich in diesem Gartenforum.

Nun - so viel Umstand will ich nicht machen. Ich vertraue in diesem Falle auf die Natur und lasse den Dingen ihren eigenen Lauf.

Wie dem auch sei, probieren geht über studieren, wie es so schön heißt. Vor allem, wenn ich dann lese, daß die Samen auch ohne Baum schon keimen . . .

Was werde ich mich freuen, wenn sich das erste Keimblatt zu einer Haftscheibe entwickelt, ein Mistelkern seine Haustorien ausbildet . . .


In dem Buch "Nachrichten aus dem Garten" von Jürgen Dahl (das ich hier im Blog schon einmal angeboten habe, aber niemand wollte es!) ist beschrieben, wie er seine Misteln angesiedelt hat - das lese ich ebenfalls im Gartenforum. Leider habe ich in dem Buch seinerzeit wohl wenig sorgfältig gelesen. Ich erinnere mich im Hinblick auf die Misteln leider nicht. ;-)

Und Vita Sackville-West soll gesagt haben, dass man die Samen auf der Westseite verkleben muß, es sollen wenigstens 20 sein, um einen Treffer zu landen.
Heilpflanzen - Viscum album Mistel 
Viscum album in FloraWeb 
Mistletoe-Pages
Landwirte schneiden Misteln für den Naturschutz

Ja, auch Misteln können vertrocknen, während die anderen auf dem selben Baum wunderschön grün sind (siehe oben!)

Und wer da nun Bedenken hat - die Mistel steht nicht - jedenfalls nicht überall unter Naturschutz! Man darf sie aber nicht einfach im kommerziellen großen Stil aus der Natur entnehmen! Oder nur mit besonderer Genehmigung

Wer es ganuer wissen will, lese bitte in der Bundesartenschutzverordnung nach.

In Deutschland haben einige Bundesländer die Mistel unter Naturschutz gestellt. Der BUND rät deshalb, zu Weihnachten keine Mistelzweige über den Hauseingang zu hängen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Da wir die Mistelzweige hübsch finden - auch wenn es sich um einen heidnischen Brauch handelt, den wir als Christen jedoch nicht beachten - hängen wir uns diese um Weihnachten herum an die Tür. Allerdings nur abgefallene Mistelzweige.

Kommentare:

  1. Liebe Sarah, ich drücke Dir auf alle Fälle die Daumen, dass Deine Mistelsamen Wurzeln schlagen werden!

    lg kathrin

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  2. Hallo Sarah,

    auch ich mag diese mit Misteln bewachsenen Bäume sehr, auch wenn es letztendlich Schmarotzer sind.
    Wenn möglich, hänge ich sie auch in der Weihnachtszeit an die Haustür.
    Ich finde es echt rührig, dass Du versuchst, sie bei Dir anzusiedeln und wünsche Dir von Herzen viel Glück bei dem Versuch und hoffe sehr, im nächsten Jahr hier Bilder davon zu sehen.
    Herzliche Grüße Joona

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  3. Liebe Sara
    Ganz herzlichen Dank für diesen informativen Bericht und die tollen Bilder zu den Misteln. Dann wünsch ich dir mal ganz viel Glück, dass die Vermehrung in deinem Garten klappt. Wirst uns bestimmt wieder berichten.
    Die Misteln sind ja Schmarozer - zerren den Baum aus, jedenfalls, wenn es zuviele sind.
    Ich erinnere mich an Bootsferien vor ein paar Jahren in Frankreich. Da hatte es kilometerweit entlang der Saone jede Menge von Alleebäumen mit ich glaub tonnenweise Misteln dran. Und an einem Weihnachtsmarkt in Strassbourg fanden wir dann die Misteln auch wieder fast tonnenweise, wo sie verkauft wurden. Hab mich damals wirklich nicht mehr gefragt, woher die denn diese Haufen von Misteln haben.
    Ich mag sie sehr - jetzt in dieser Jahreszeit. Und meine Mutti, die schmückt immer mit ein paar Mistelzweigen das Grab meines Vaters - um diese Zeit.
    Ich wünsch dir eine gute Woche und schick liebe Grüsse
    Ida

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  4. danke liebe sara fuer diesen informativen bericht ueber die misteln!
    ich druecke die daumen, dass deine muehe mit dem ansiedeln von erfolg ist!
    herzliche gruesse
    paulina

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  5. Liebe Sara,

    wunderschön, dass du uns immer so informierst.

    In Liebe
    Elisabeth

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  6. Na. hoffentlich klappt Dein Versuch. Bei uns gibt es auch viele Misteln in den Bäumen und jetzt, wenn das Blattwerk weg ist sieht man die grünen Kugeln in den Bäumen hängen.

    LG
    Brigitte

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