Sonntag, 28. April 2019

Kann man Löwenzahn verwechseln?



Bisweilen bin ich mir bei Löwenzahn nicht ganz so sicher - insbesondere dann, wenn die Pflanze vom üblichen Erscheinungsbild abweicht.  Dabei habe ich doch einst in einem Biologie-Leistungskurs von der  Modifikation gelernt, derzufolge der Löwenzahn sich
je nach Standort unterschiedlich entwickelt, z.B. einmal lang und dürr in die Höhe schießt, ein anderes Mal jedoch von breitem und kräftigem Wuchs ist. Unser Garten ist ja das beste Beispiel gerade für Löwenzahn. In der Wiese wächst er oft nur sehr flach und gedrungen. Selbst die Blütenstiele wachsen nur wenige Zentimeter, manchmal sitzen die Blüten sogar ganz eng an der Rosette.

Sigrun/Bergblumengarten zeigte erst solch ein Beispiel, das im Gebirge an einer Felsmauer wächst.

Modifikation bedeutet  in der Biologie die nicht-erbliche Veränderung des Habitus (Phänotyp) durch Umwelteinflüsse (Abiotische Faktoren). Somit kann ein Same des Löwenzahns, der im Gebirge wächst, an einem anderen Ort wieder ein ganz anderes, gewohntes Erscheinungsbild einnehmen, da diese Eigenschaften im Falle einer Modifikation nicht vererbt werden. Im Grunde ist diese Modifikation nichts anderes als eine Anpassung an den jeweiligen Standort.

Ist das links im Bild nun ein Löwenzahn oder ist es keiner? Den Löwenzahn, den ich mit Sicherheit erkannt habe halte ich im rechten Bild in der Hand. Die Blattspitzen in den Ausbuchtungen erscheinen mir wesentlich spitzer, die Ausbuchtungen rundlicher. Meiner Meinung nach ist das links KEIN Löwenzahn, aber die Ähnlichkeit ist für Unkundige sicherlich frappierend und wie leicht gerät man da an ein giftiges Gewächs, wenn man nicht aufpasst!




Das Gartenjournal  schreibt, die Stängel sind unbehaart, die Blätter ebenfalls und glatt. Das war hier allerdings auch der Fall! Blütenstiele waren nicht vorhanden, so dass ich nicht erkennen kann, ob sie innen hohl und mit Milchsaft gefüllt sind.
Angeblich soll man den Löwenzahn nur mit dem Habichtskraut, dem Wiesen-Pippau, dem  Herbst-Löwenzahn (Leontodon), den ich allerdings nicht kenne bzw. den Unterschied nicht weiß, sowie Rucola verwechselt werden können.

Ich kann nur immer wieder raten, sich 100 % sachkundig zu machen, bevor eine Pflanze konsumiert wird. Bei der giftigen Hundspetersilie und der glatten Petersilie ist das ja auch so eine Sache, aber mein Mann und ich fanden ein SICHERES Unterscheidungsmerkmal heraus!
Denn alles, was über die Hundspetersilie geschrieben wurde, traf bei den Pflanzen, die ich gesehen habe, leider nicht zu, weder rochen sie nach Mäuseurin noch konnte ich bei der Hundspetersilie einen Unterschied bei den Blättern ausmachen, sie sahen ganz genauso wie die der Glatten Petersilie aus. Vielleicht ebenfalls standortbedingt?

Hierzu passt denn auch Heidis/Heidis Grüne Ecke Rezept vom Löwenzahnsalat, für mich/uns aus Gesundheitsgründen jedoch komplett im Rohzustand, ohne Speck und unangebraten!

*journalistischer Beitrag, keine Werbung!*

verlinkt mit Frühlingsglück/Gartenwonne

Kommentare:

  1. Liebe Sara,
    das dachte ich mir auch, dass Löwenzahn eindeutig zu erkennen ist. Aber, ich pflückte Löwenzahn für die Schildkröte, die eigentlich ein Vielfrass ist und oft hungrig ist. Als ich ihr den (vermeintlichen) Löwenzahn gab, frass sie ihn nicht. Seit dann pflücke ich nicht mehr dort, denn ich bin mir sicher, dass sie merkte, dass es etwas anderes war.
    Liebe Grüsse
    Eda

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    1. Tja, dachte ich eigentlich auch immer, aber mitunter bin ich mir einfach nicht sicher, wie bei dem abgebildeten Exemplar. Die Tiere haben oft noch einen natürlichen Instinkt und meiden das, was ihnen nicht gut tut!

      Liebe Grüße
      Sara

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  2. Bei Löwenzahn gibt es eigentlich keine gefährliche Verwechslungsgefahr. Pflanzen, die man mit Löwenzahn verwechseln könnte, gehören alle zu den Zungenblütlern und die sind alle essbar - vom Löwenzahn bis zu Wegwarte. Bei den Doldenblütlern ist das was anderes. Da gibt es innerhalb derselben Familie essbare Kräuter wie Petersilie oder Kerbel und andererseits aber auch tödlich giftige Gewächse wie der Schierling oder eben auch die Hundspetersilie. Da ist auf jeden Fall Vorsicht geboten.
    LG, Varis

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    1. Wobei ich schon von der Verwechslung mit dem gefährlichen Jakobskreuzkraut gelesen habe, obwohl ich persönlich die Blätter speziell von diesem durchaus unterscheiden kann.
      Wäre gespannt, ob es nun doch ein Löwenzahn ist oder doch ein anderes Gewächs auf meiner Abbildung.

      Liebe Grüße
      Sara

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  3. Liebe Sara,
    Ja, jede Pflanze oder was auch wächst in der Natur, hat sein eigenes Optimum. Das ist Nahrung, Temperature, Luftfeuchtigkeit und so weiter. Jede Form des Nicht-Optimums hat Folgen! Da hast du schon gut gelernt damals.
    Es ist auch bei Menschen nicht anders. Wenn adoptierte Kinder, später mal zu einander kommen staunt man auch öfters wie Unterschiedlich z.B. Kinder aus Brazil und Deutschland aufwachsen können, auch wenn es Geschwister sind.
    Vielen Dank noch für deine Zeilen bei mir.
    Liebe Grüße,
    Mariette

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    1. Danke, liebe Mariette! Durch Beobachtung bekommt man auch vieles mit. Mit den Kindern ist es auch interessant, aber auch die Zwillingsforschung finde ich sehr spannend, diese Ähnlichkeiten bei weit voneinander entfernt lebenden Zwillingen ...

      Liebe Grüße
      Sara

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  4. Liebe Sara,
    die Anpassungsfähigkeiten der Pflanzen an den Standort ist wirklich erstaunlich. Ganz so talentiert sind wir Menschen nicht in Sachen Anpassung. Hm, die linke Pflanze erkenne ich jetzt nicht aber ich bin auch nicht wirklich gut darin. Musste gestern erst einmal in meiner Bestandsliste nachschauen, was da in gelb auf meinem Sandwall blüht. Es ist Färberwaid.
    Liebe Grüße
    Karen

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