Donnerstag, 3. Oktober 2019

Igel, die niemand will ...



Vor kurzem fand ich im Zuge von Aufräumarbeiten nach dem Sturm 'Mortimer' sowie Jäten der Baumscheiben an der Straße einen kleinen Igel im Vorgarten. Anfangs kam er mir leblos vor, um nicht zu sagen, tot. Ich mußte gleich an die tote Maus vor dem Haus von vor kurzem denken oder den totenVogel ... doch da habe ich in Gedanken wohl jemand unrecht getan ... denn nach einer Weile kam mir in den Sinn, den vermeintlich toten Igel einmal zu berühren, behandschuht, versteht sich. Und siehe da, er regte sich, zumindest schwach ...

Jetzt lief ich schnell in den Keller, um einen Karton und Zeitungspapier zu holen. Dahinein setzte ich den kleinen Kerl.



Ich gab noch ein paar zerknüllte Küchentücher in den Karton (halt das, was gerade so greifbar war) worauf das Igelchen sich sogleich darunter kuschelte, stellte ein kleines Tellerchen mit Wasser in den Kasten und kam auf die glorreiche Idee, ein Ei hart zu kochen, da ich irgendwo einmal davon gelesen hatte, man könne Igel damit aufpäppeln. Denn sowas wie Katzenfutter haben wir leider nicht im Haus mangels Haustieren.

Bei der Tierrettung meldet sich nur der Anrufbeantworter!


Dann rief ich bei der Tierrettung an, doch vergebens, ich bekam nur den Anrufbeantworter an die Strippe, wie schon manchesmal, in Notfällen solle die Polizei benachrichtigt werden. Tja, WAS ist also ein Notfall? Damit habe ich sehr "nette" Erfahrungen gemacht. Denn die Polizei, die ich damals wegen eines jungen Mauerseglers in einem solchen Falle anrief, reagierte unwirsch, so als wollte man mir zu verstehen geben, "aber doch nicht wegen eines Vogels ..." ;-) Da hatte ich ganz ehrlich, damals die Nase voll .... aber kein Wunder, bei der Überlastung durch ganz andere Fälle ...

Auch beim Tierheim ist nichts zu machen


Ich rief nun noch bei unserem Tierheim an, dort bekam ich den "guten Rat", den Igel im Garten zu lassen, denn wo EIN kleiner Igel sei, wären auch noch mehrere und auch die Mutter nicht weit. Außerdem dürften sie keine Wildtiere in Obhut nehmen ... aber da wäre natürlich das Artenschutzzentrum in Leiferde bei Gifhorn.... Dort allerdings war ebenfalls niemand telefonisch erreichbar. Nur der Anrufbeantworter. Außerdem hätte die Zeit nicht mehr gereicht an dem Tag, dorthin zu fahren, denn es liegt nicht mal eben um die Ecke! ;-)

Also rief ich noch das nächst gelegene Tierheim in der Nachbarstadt an, doch auch da nur der Anrufbeantworter. Die Polizei wäre das Nächstliegende gewesen. Nun hatte ich endgültig genug, schnappte den Igel und fuhr zum nächsten Tierarzt.
Zum Glück! Denn es war höchste Eisenbahn, das Igelchen schon geschwächt, verkühlt und mit Flöhen befallen. Ich zahlte für die Behandlung, und zu meiner Erleichterung behielt man den Igel dort. Tage später rief ich an und erfuhr zu meiner Freude, dass das Tierchen noch lebt und sogar schon an Gewicht zugelegt hat. Puhh .... aber so ist leider die Realität, Schilder und Botschaften überall, doch wenn es ernst wird, ist leider niemand erreichbar ................
Allerdings kein Wunder, wenn schon das Artenschutzzentrum aus allen Nähten platzt ...




Hätte ich das nicht einmal 10 cm kleine und sehr leichte Igelkind bei dem strömenden Regen im Garten gelassen, wäre es jetzt nicht mehr am Leben! Ach was sind das doch für tolle Ratschläge, die man da so bekommt! 

Im August nahm ich einen großen Igel an unserer Terrasse auf Video auf - schließlich hatte sich ein Igel ein Nest unterhalb unserer hohen Weide zurechtgemacht. Vielleich das Muttertier? Derzeit sehe ich keinen größeren Igel in unserem Garten und schon gar keine Igelkinder.




So wild fegte Orkan 'Mortimer' über unseren Garten hinweg


Und hier noch eine Zusammenstellung des Orkan-Schadens - Von der hohen Weide kam ein kräftiger Oberschenkeldicker Ast herunter. Nun werden wir sie so langsam einkürzen müssen. Zum Glück ist nichts weiter passiert. Nur jede Menge Geäst und Blattwerk "ziert" den Garten, schlimmer als im Spätherbst!




*journalistischer Beitrag, keine Werbung!*

Kommentare:

  1. als allererstes: danke, dass du nicht weggeschaut hast und dich um den armen Kerl gekümmert hast!!
    ich glaube, du hast das einzig richtige getan! manchmal hilft nur Eigeninitiative. die gemeinnützigen Vereine sind mehr oder weniger kurz vor dem Kollaps - weder Geld noch Freiwillige, die genügend Zeit opfern können. die Natur braucht uns an manchen Stellen mehr als man glaubt. auch wenn "nur" ein Igel gerettet wurde - es ist einer, der überlebt hat!!!
    danke noch mal und ein schönes Wochenende
    liebe GRüße
    Manu

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  2. Ach je, der arme Kleine! Du hast da einzig Richtige gemacht - wenn jemand wie tot draußen herum liegt, ist er es auch bald. Gesunde Igel braucht man natürlich nicht einfangen, aber der hatte Hilfe bitter nötig und dank dir auch welche bekommen. Ganz prima!
    Gut, dass der Sturm keinen größeren Schaden angerichtet hat. :-)
    LG
    Centi

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  3. Liebe Sara, wie schön dass das kleine Kerlchen so viel Glück hatte bei dir zu landen! Drücke alle Daumen! Wir haben vor zwei Jahren einen geschwächten Sperber im Garten gefunden, er hatte sich am Auge verletzt und konnte nicht mehr jagen. Wir haben überall herum telefoniert, es fand sich einfach niemand und fast immer der AB. Dann kam ein Rückruf von einem Vogelschützer im Ruhestand, dem wir den Sperber ans Privathaus bringen durften, es war spätabends und wir waren fast zwei Stunden gefahren. Dort warteten schon aufgetaute Küken auf ihn (schnüff). Wie schön dass du ihm helfen konntest und sich eine Lösung gefunden hat. Mortimer ist ganz schön heftig ausgefallen, das hätte ich nicht gedacht. Ein wunderschönes Wochenende euch! wünscht Bianca

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  4. Danke, das Du den Kleinen aufgenommen hast, der ist echt noch zu winzig, um heil durch den Winter zu kommen. Gibt es denn keine Igelnothilfe bei Dir in der Nähe? Ich hätte hier auch zuerst mal keine Idee, wo ich anrufen sollte.
    Mortimer ist hier glimpflich vorbeigerauscht. Sei froh, das es nur ein dicker Ast war und nicht gleich die ganze Weide umgefallen ist, so wie bei uns 2017 der Essigbaum.
    Liebe Grüße
    Karen

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