Montag, 28. Juni 2010

Rotöl aus Echtem Johanniskraut



Dazu ist diese Hitze zum Teil "gut" - um hier Posts zeitlich passend nachzusetzen. Denn bis dahin kam ich in keiner Weise mehr dazu, über das von mir bereits im Juni gesammelte Johanniskraut zu schreiben, daß seit dem 28.6. in Öl vor sich hinzieht, welches von Tag zu Tag ein roteres Rot annimmt.

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) pflückt man dem Brauch zufolge eigentlich am Johannistag (Sommersonnenwende) während Sonnenschein, vormittags bis mittags, weil dann die höchste Wirkstoffkonzentration in den Blüten steckt. Man kann es aber bis zum September hindurch pflücken und verarbeiten. Unter anderem findet das Johanniskrautöl Verwendung zur Stärkung des Magens, wie auch zur Besserung des Befindens bei nervlichen Belastungen oder nervösen Unruhezuständen. Es soll auch bei Neuralgien und Parästhesien helfen. Selbst bei Rheuma (in Kombination mit Wärme) als Massageöl soll es lindernde Wirkung haben. Ich benutze es gern äußerlich - zur Hautpflege, für die es sich hervorragend eignet. Allerdings muß man hierbei die Photosensibilität der Haut beachten. Zur Zeit ist es daher das Beste, es abends und über Nacht zu verwenden. Die Herstellung geht ganz einfach. Man pflückt zunächst das Johanniskraut an Stellen, die nicht mit Giften verseucht sind. Keinesfalls an Feldrändern!!!




Dann zupft man die Blüten und Knospen ab, schaut sie genau auf einen möglichen Befall von Insekten an und gibt sie am besten gleich in das zuvor bereitgestellte Glas mit Öl. Hierfür kann man Sojaöl verwenden, auch Olivenöl eignet sich. Ich habe Weizenkeimöl verwendet, das auch hervorragende Pflegeeigenschaften aufweist.




Die Menge des zu pflückenden Johanniskrautes richtet sich nach der Größe des Glases und der Ölmenge, die man benötigt. Nun stellt mal einen öligen Kaltauszug wie folgt her: Das Glas füllt man ungefähr zu zwei Dritteln mit frischen Blüten. Man soll auch die Blätter verwenden können, ich beschränke mich hier jedoch auf die heilkräftigen Blüten. Getrocknete Blüten hätten nicht die Wirkung der frischen! 

Hat man diese zwei Drittel eingefüllt, gießt man das Öl darüber. Dann gibt man einen Deckel auf das Glas und stellt das Ganze an einen warmen, am besten sonnigen Ort. Von Zeit zu Zeit schüttelt man den Inhalt ein wenig oder rührt das Ganze mit einem sehr sauberen Löffel um.


Nach ca. 3 bis 6 Wochen - je nach Wärme in dem jeweiligen Jahr, sollte das Öl tiefrot sein. Dann filtert man das fertige Rotöl ab (z.B. mit einem Kaffeefilter) und gießt es in eine dunkle Flasche (Braunglas). Man sollte das Beschriften nicht vergessen (Inhalt, Datum), damit man hinterher eine ungefähre Vorstellung von der Haltbarkeit hat. Das Öl hält ca. 1 Jahr - dies richtet sich nach der Haltbarkeit des verwendeten Öles. (verfasst am 11.07.2010 um die gleiche Uhrzeit)


So sieht das Ganze dann fast fertig aus.
Es muß noch abgefiltert werden



Rotöl pur, das jetzt in saubere Flaschen abgefüllt werden kann.



Diesen Beitrag habe ich aus meinem ehemaligen Naturstudien-Blog hierhin übernommen. In unserem Waldgarten wächst nur das große Johanniskraut (Hypericum calycinum), das man in diesem Falle nicht verwenden kann!

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