Donnerstag, 8. Mai 2014

Insektenhotels - keine neue Idee . . .



Nun mußte ich der Sache doch einmal etwas näher auf den Grund gehen und habe dazu u.a. ein Büchlein aus meiner Bibliothek zu Rate gezogen "Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft" vom Helmut und Margrit Hintermeier aus dem Obst- und Gartenbauverlag München, 1994


Recherchieren wollte ich vor allem meine Beobachtung, wie eine dieser von Elke/Günstig gärtnern als Rote Mauerbiene (Osmia bicornis) identifizierte Biene am Einflugsloch einer dieser Röhren des Insektenhotels von mir erkennbar und mehrmals (nach mehreren Flügen) einer anderen Biene, die sich in der Röhre befand und deren Kopf vorn im Loch sichtbar wurde, "etwas" übergab, nur was, konnte ich wegen der Geschwindigkeit des Prozesses und des von mir eingehaltenen Abstandes leider nicht deutlich erkennen. Leider kenne ich mich mit Bienen auch zu wenig aus, um diese Frage so ohne Weiteres beantworten zu können. Vielleicht kann diese Frage noch jemand vom Fach beantworten? Denn ich merke, wie mir einfach die Zeit fehlt, jetzt noch mehr Fachliteratur zu wälzen, wovon hier noch einige herumliegt. .. sollte ich es jedoch noch in Erfahrung bringen, füge ich es an dieser Stelle nach.
Ich könnte mir aber vorstellen, da es u.a. auch Kropfsammler gibt, was die Pollen betrifft, daß da eine Weitergabe von Pollen erfolgte. Wobei ich nicht weiß, wie dieses Insektenhotel im Inneren aufgebaut ist, ob sich weiter hinten ein Nest befindet oder wie viele dieser Bienen eine? Röhre bewohnen ...


Seit den 90er Jahren hört und liest man zunehmend von sog. "Insektenhotels". Die Idee an sich ist aber nicht neu. Denn wie in Wikipedia auch zu lesen, wurden erste solcher Nisthilfen bereits von Privatleuten in England im 19. Jahrhundert gebaut.


Wer mit offenen Augen durch die Natur geht oder seinen Garten betrachtet, wird immer einmal auf seltsame z.B. papierne Gebilde stoßen, wie die verlassenen Nester von Wespen oder gar Hornissen. Auch wird man in Totholzteilen oder Baumscheiben, so man denn solche in seinem Garten duldet, Bohrlöcher feststellen können. Und all dies führt zum logischen Schluss, selbst auch einmal die Initiative zu ergreifen und so etwas in Kasten- oder anderer Form als eine Art "Hotel" für die unterschiedlichsten Bienen- und Wespenarten oder auch andere Fluginsekten anzulegen. Und irgendwer hat dann diese Idee vermarktet.

Oftmals wird dabei jedoch nicht bedacht, daß ein grüner Rasen wenig nützt, wenn man bestimmte Insekten in den Garten holen will, denn das Nahrungsangebot muß schon stimmen, sonst wird das nichts! Das wäre so ähnlich, wie wenn ein Fleischesser in ein Veganer-Hotel ziehen müßte, weil alle anderen Hotels belegt sind und zudem sonstige Verpflegungsmöglichkeiten weit entfernt, nahezu unerreichbar lägen. ;-)
Nun können wir Menschen problemlos vegan überleben und sogar recht gut leben, aber Insekten brauchen schon ihre artspezifische Kost in ausreichendem und regelmäßigem Maße. In diesem Beitrag ging es schon einmal u.a. auch um diese Problematik.

Viele Hummeln beispielsweise stehen nicht ohne Grund auf der Roten Liste, da nützt dann das attraktivste Instekten-Hotel nichts oder lediglich dem Besitzer zum Herzeigen, er habe sich nun auch in die Reihe umweltbewusster Gartenfreunde eingereiht! ;-)

Der Mensch ist hier - wie fast immer - der größte Feind! Der moderne Ackerbau und die Wiesen- und Waldbewirtschaftung hat das Nahrungsangebot stark eingeschränkt und wenn wir dann noch einen "sehr gepflegten" sprich: ausgefegten Garten haben wollen, am besten betonierten oder einen mit englischem Rasen und ein paar feinst säuberlich gestalteten Randrabatten, müssen wir uns nicht wundern, wenn ein Insekten-Hotel nicht angenommen wird. Es sei denn, in der Umgebung gäbe es noch ausgedehnte Naturbereiche mit dem entsprechenden Nahrungsangebot.

Zum Insektenhotel gehört also unweigerlich ein artgerechtes Nahrungsangebot! Nur zum schönen Schein braucht es dieser "Hotels" nicht. Natürlich können wir es im Garten auch als modernes Deko-Element zweckentfremden (auch indem wir uns selbst etwas vormachen nach dem Motto: die guten Tierchen werden sich schon noch einstellen...) doch dann bekommt es einen anderen Sinn.


In meinem oben genannten Büchlein ist auch von Nistkästen für Hummeln die Rede, die darin auch abgebildet sind, die auch im Fachhandel erhältlich sein sollen.

Wichtig bei allen Nisthilfen ist Trockenheit, da sich sonst Schimmelpilze ausbreiten können. Wobei die Rote Wespe oft an feuchten Stellen, wie Straßen- oder Wiesengräben ihr Nest baut und aus diesem Grunde das Ausfräsen dieser Gräben in die Wintermonate verlegt werden oder besser ganz unterbleiben sollte. Auch diese Information habe ich aus o.a. Buch!

In dem genannten Buch geht es u.a. um die unterschiedlichsten Arten von Nisthilfen, ob für Totholzbewohner, die Bewohner markhaltiger Stengel oder Bodenbrüter, die Sand-Lehm-Böschungen bevorzugen, Steilwandbrüter, auch um Natursteinmauern. Um Niststeine, Nisthölzer, Strangfalzziegel, morsches Holz ...
und was sich da alles an Getier einstellen könnte, von einigen habe selbst ich noch kaum gehört und sie schon gar nicht gesehen (außer im Naturhistorischen Museum vielleicht), so  bspw. Scherenbienen, Löcherbienen, Maskenbienen, Pelzbienen, Seidenbienen, Töpfer-Grabwespen, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Es werden auch für Wildbienen relevante Pollen- und Nektarpflanzen aufgezählt, zu ihnen zählt u.a. der gemeine Löwenzahn, Wiesen-Pippau, der im Waldgarten wuchs, das Wiesen-Habichtskraut, Gänseblümchen, Margeriten, Wiesen-Schafgarbe, Wiesen-Flockenblume, Kriechender Günsel, Gamander-Ehrenpreis, Wiesel-Kerbel, Wiesen-Bärenklau, Scharfer Hahnenfuß, Weißklee, Roter Wiesenklee, Wegericharten, Frühjlings-Fingerkraut, Färberkamille, Skabiosen-Flockenblume, Pfirsichblättrige Glockenblume, Garten-Salbei, Wilder Majoran, Weißer Mauerpfeffer, auch Dach-Hauswurz, Raps, Hederich, Rauke-Arten, Klatschmohn, Acker-Hundskamille, Kanadische Goldrute, Leinkraut, Königs- und Nachtkerze, Gilbweiderich, Echter Baldrian, Bittersüßer Nachtschatten, Roßminze, Wald-Platterbse, Lerchensporn, Mädesüß, Drüsiges Springkraut .... um auch hier nur einige wenige zu nennen.

Wer will diese Wildpflanzen heute schon in seinem Garten beheimaten??? Wo doch die Tendenz zu solchen Gärten hin geht, zu möglichst wenig Arbeit und möglichst viel Vergnügen in Form von Festivitäten im Garten, wo jedes kleine "Unkraut"hälmchen ausgestochen, mit dem Kärcher weggespritzt, abgeflämmt  und die Rasenkante quasi mit der Nagelschere so fein beschnitten wird, daß das Ganze wie aus Kunststoff wirkt. ;-)

Alles in allem bleibe ich bei meinem altbewährten Verfahren, Wildpflanzen im Garten anzusiedeln, Totholz liegen und Blütenstängel über den Winter stehen zu lassen, auch wenn das "unschön" aussehen kann und werde mir deshalb nicht extra ein Insekten-Hotel anschaffen.


Last but not least verweise ich hier dennoch auf ein kleines Büchlein über Insektenhotels mit dem Titel "Insektenhotels - einfach selbst gemacht" aus dem Kosmos-Verlag empfohlen vom NABU, welches sich in meinem Besitz befindet. In diesem Büchlein sind auch die einzelnen Insekten mit Fotos aufgeführt, auch die oben schon erwähnte Rote Mauerbiene und noch manche anderen Bienen, von denen die meisten von uns wohl noch nie gehört haben, wie die Blaue Holzbiene oder auch seltenen Wespen , wie die Zehnpunkt-Keulenwespe oder die Gemeine Schornsteinwespe. All diese sind auch mir noch niemals begegnet. Daran erkennt man schon ihr seltenes Auftreten, zumindest bei uns in Niedersachsen!



Diverse Insektenhotels sind in DoMis Garten zu sehen!

1 Kommentar:

  1. Guten Morgen liebe Sara,
    ich finde Insektenhotels wirklich schön. Lustig war, daß in den Löchern des Absperrgitters vor der Haustüre, das damals dort stand, als unser Sohn noch klein war, eine Schwebfliege Quartier bezog ;o) Aber gekauft habe ich bisher noch keines, weil mich oft der Preis ein wenig schreckt, wenn ich eines schön finde. Zudem bin ich überzeugt, daß wir in unserem Garten ebenfalls genügend andere Möglichkeiten für die lieben Summsetiere haben. Zuletzt las ich in einem Zeitungsbericht, der Deutsche habe eine Baumphobie ;o) Ich musste lachen, aber es ist wirklich traurige Wahrheit :o( Hier im Ort gibt es viele Grundstücke *vom anderen Stern* und man rümpft die Nase über unsere Art. Naja, wir sind es gewöhnt.
    Hab´ Du einen schönen Tag und sei lieb gegrüßt, Elke

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